Kräftig, knackig unter Tage

Dirk Lorenz-Bauer über DDR-Bergleute mit Kurschatten

Redakteur Dirk Lorenz Bauer

Redakteur Dirk Lorenz Bauer

Foto: Peter Hansen

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Natürlich, ich möchte Sie nicht länger als nötig auf die Folter spannen. – Und so notiere ich Ihnen hier mal kurz und knapp noch das zum Frühstück, was meine Reporterohren am Wochenende so nebenbei auch noch zu hören bekamen: Dass Kurgäste auch zu DDR-Zeiten in Bad Sulza gut für Betrieb sorgten, dürfte mindestens der älteren Generation bekannt sein. Indes, dass insbesondere kurende Frauen gern ein zweites oder drittes Mal ins Städtchen an der Ilm reisten, um Körper und Seele Gutes zu gönnen, soll hier als gesellschaftliche Petitesse am Rande Erwähnung finden. Im Ort nämlich gab’s für schwer unter und über Tage malochende Bergleute ein Sanatorium. Dass die Hauer und Steiger meist noch recht jung und kernig waren, entging offensichtlich auch den Damen nicht. So fand sich also – man darf es sich lebhaft und ein wenig blümerant vorstellen – nicht selten ein angenehmer Kurschatten, der bei Zuneigung in einem Techtelmechtel kulminierte. Apropos Höhepunkt: Dass solch ein amouröses Abenteuer Körper und Seele gleichermaßen zu streicheln imstande ist, wer wollte das ernsthaft bestreiten? Wie sonst wohl ließe sich erklären, dass Berichte über Kurschatten bis heute nicht selten von einem wissenden, ja verzückt wirkenden Zucken um die Mundwinkel desjenigen begleitet werden, der solch Glück unverhofft erfuhr!

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