Kunsthaus ist schon da

Jena  Verein lädt am Bauzaun zum Diskutieren ein. Publikum spricht auch über den Eichplatz.

Ziemlich genau dort, wo das Kunsthaus entstehen könnte, hat der Verein „Ein Kunsthaus für Jena“ seinen „DenkRaum“ aufgebaut. Der Verein wirbt für einen Ort, an dem die kulturellen Schätze Jenas den Bürgern zugänglich sind.

Ziemlich genau dort, wo das Kunsthaus entstehen könnte, hat der Verein „Ein Kunsthaus für Jena“ seinen „DenkRaum“ aufgebaut. Der Verein wirbt für einen Ort, an dem die kulturellen Schätze Jenas den Bürgern zugänglich sind.

Foto: Thomas Beier

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Jenas kunstvollste Baustelleneinrichtung ist seit dieser Woche zwischen Eichplatz und Rathausgasse zu sehen. Der Förderverein „Ein Kunsthaus für Jena“ hat sechs Bauzaunfelder so arrangiert und mit Infotafeln versehen, dass die Menschen wie in einer Ausstellung verweilen können. Mittendrin steht eine Holzbank mit vier Stühlen. Besucher sollen über die Idee reden, bei einer Neubebauung des Eichplatzes Raum für ein neues Kunstmuseum freizulassen.

Fotografiert wird das bereits. Grit Häkanson-Hall berichtete gestern, dass sie Teile der Ausstellung abfotografiert habe, um sich alles später in Ruhe anzuschauen. Andreas Meinhold sagte bei einer kleinen Zeitungsumfrage, er sei absolut für ein Kunsthaus, weil die Ausstellungsmöglichkeiten im Stadtmuseum „Göhre“, das ja gar nicht für diesen Zweck gebaut worden sei, für die Stadt Jena absolut unangemessen seien.

Die Vereinsmitglieder wollen vom Stadtrat die Zusage abgewinnen, dass das Baufeld D auf dem heutigen Eichplatz in Besitz der Bürger bleibt. Damit könnte das Areal westlich der Rathausgasse für das Kunsthaus reserviert werden. Wie Vereinsvorsitzende Heidrun Schrade zuletzt sagte, sei es mit einer solchen Zusage viel leichter, Spender und Investoren zu finden, die den Bau eines architektonisch ansprechenden Gebäudes fördern würden. In der Ausstellung sind Aufnahmen von Kunsthäusern in aller Welt zu sehen.

Überzeugungsarbeit ist erforderlich, denn auf der aktuellen Prioritätenliste der Stadt ist das Kunsthaus in etwas so schlecht platziert wie derzeit der FC Carl Zeiss in der 3. Fußball-Liga – nämlich ziemlich am Ende. Und es zeichnet sich ein weiteres psychologisches Problem ab. Das Kunsthaus wird dann konkret, wenn große Teile des Eichplatzes bereits Baustelle sind.

Gestern rief die Kunsthaus-Ausstellungen auch mehrere Passanten auf den Plan, die sich grundsätzlich kritisch über jede Art von Bebauung äußern. Etwa Jörg Häuser, der sagte, mit einem Hochhaus würde er noch mitgehen, der Rest solle aber unbebaut bleiben oder Parkplatz. Oder die Dame aus dem Landkreis, die meinte, die Freifläche am Eichplatz müsse mindestens dreimal so groß sein wie der jetzt anstelle der heutigen Grünanlage vorgesehene neue Stadtgarten. Viele Menschen wollten in der Stadt verweilen, ohne etwas konsumieren zu müssen. Eine andere Frau gebraucht Kraftausdrücke gegen die Bebauung.

Für die Baufelder direkt neben dem Uniturm, wo drei gestaffelte Hochhäuser möglich sind, läuft derzeit das Investorenauswahlverfahren. Über das Verfahren will die Stadtverwaltung so lange Stillschweigen bewahren, bis die Wahl auf einen Investor gefallen ist. Ob und in welcher Art vor dem Verkauf des Grundstückes hier und anderswo eine Information an die Öffentlichkeit erfolgt, stand gestern Abend unter „Sonstiges“ auf der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses.

Und der Kunsthaus-Pavillon ruft auch Auto-Skeptiker auf den Plan: Wie die beiden Biologie-Studentinnen, die am Pavillon meinten, Autos seinen keine Kunst und könnten weg.

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