Landgasthof Rödigsdorf wird zu einer Tagespflege umgebaut

Rödigsdorf.  Junge Mutter und Altenpflegerin wagt mit einer Senioren-Tagespflege in Rödigsdorf und Unterstützung ihrer Familie einen großen Schritt.

Katrin Scherff-Zaubitzer (31) aus Großromstedt will ab Januar ihre Tagespflege Kleeblatt in Rödigsdorfs einstigem Gasthof eröffnen.

Katrin Scherff-Zaubitzer (31) aus Großromstedt will ab Januar ihre Tagespflege Kleeblatt in Rödigsdorfs einstigem Gasthof eröffnen.

Foto: Sascha Margon

Katrin Scherff-Zaubitzer liebt ihren Beruf. Vor sieben Jahren hat die heute 31-Jährige als Ungelernte in einem Seniorenheim in Apolda angefangen. Mittlerweile hat sie sich erfolgreich zur Altenpflege-Fachkraft ausbilden lassen und ist zu den mobilen Pflegebienen gewechselt. Dort hat die Großromstedterin Ende Oktober gekündigt, ganz im Frieden mit ihren Job, den Kolleginnen und der Chefin. Denn die junge Mutter hat ein ehrgeiziges Ziel vor Augen: Im ehemaligen Landgasthof Rödigsdorf will sie eine Tagespflege für Senioren eröffnen und damit den Schritt in die Selbstständigkeit gehen.

Seit eineinhalb Jahren reift dieser Gedanke in ihr. „Mein Job macht mir sehr viel Spaß. Dennoch ist es für eine junge Mutter oft schwierig, die Anforderungen mit Rufbereitschaft und Schichtdienst unter einen Hut zu bringen“, erklärt sie.

Der Gedanke einer Tagespflege auf dem Land kam ihr bei ihrer täglichen Arbeit. „Ich habe gemerkt, dass gerade im ländlichen Raum ein solches Angebot bisher fehlt und bin auf diese Idee gekommen“, erklärt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Suche nach einem geeigneten Objekt gestaltete sich schwieriger als angenommen. Oft waren zum Verkauf stehende Gebäude, ehemalige Schulen oder Kindergärten baulich in einem schlechten Zustand oder nur mit viel Aufwand für die Anforderungen einer Tagespflege herzurichten. Dass nun seit Wochen im ehemaligen Gasthof in Rödigsdorf die Handwerker zu Gange sind, ist dem Zufall geschuldet. Als Katrin Scherff-Zaubitzer von dem Verkauf der Immobilie, wo sie selbst oft Stammgast war, hörte, nahm sie kurzerhand Kontakt zur Besitzerin auf. Die war von der Idee sofort begeistert, dass sie Haus und Grundstück Mitte September an ihrer Nachfolgerin verkaufte.

Seither betätigt sich die künftige Unternehmerin als Bauherrin, verhandelt mit Krankenkassen und Behörden und betreibt ihr eigenes Marketing. Denn ab 11. Januar soll der Betrieb an den Start gehen. Viel Zeit bleibt also nicht mehr.

Denn neben dem umfangreichen Umbau der Sanitäranlagen zu behinderten- und altengerechten Bädern mit Dusche und WC, wird auch in den beiden Sälen und dem Foyer fleißig gewerkelt. Während in letzteres neben dem Eingangsbereich auch ein Raum für persönliche Schränke der Tagespflege-Gäste integriert wird, sollen die beiden Säle zu Ruhe- und Aufenthaltsräumen ungestaltet werden. Hier werden die Gäste ihr Essen einnehmen, in den Liegesesseln oder Pflegebetten zur Ruhe kommen oder die vielfältigen Angebote des Hauses nutzten können.

Neben Singen, Basteln und sportlichen Aktivitäten, dürfen die in einer separaten Küche des Gasthofes auf Wunsch mit Hand anlegen. „Wir kochen jeden Tag frisch“, so Scherff-Zaubitzer. Dafür wurde extra eine Köchin engagiert. Zudem werden sich zwei Vollzeitkräfte, eine Pflegekraft sowie eine Betreuungshilfe um die geplanten 17 Tagesgäste kümmern. Die Plätze dafür sind schon jetzt heiß begehrt und einige bereits fest gebucht, verrät die künftige Jungunternehmerin stolz.

Im kommenden Jahr soll noch das Außengelände einer Kur unterzogen werden. Neben einem Werkstattraum für handwerkliche Arbeiten, können die Gäste dann bei schönem Wetter auch im Feien ihren Aufenthalt genießen. Geplant ist, unter anderem Hochbeete anzulegen, die gemeinsam gepflegt werden und für einen abwechslungsreichen Alltag sorgen sollen.