Mitte Januar wartet der erste Knaller im Kunsthaus

Apolda.  Das Kunsthaus Apolda und das „GlockenStadtMuseum“ geben einen Ausblick auf das kommende Ausstellungsjahr.

Im Rahmen eines Projektes des Kunstvereins Avantgarde gemeinsam mit der Grundschule am Schötener Grund und Medienstudenten der Uni Erfurt ist für das kommende Jahr ein Audioguide-Projekt von Kindern für Kinder im Kunsthaus geplant.

Im Rahmen eines Projektes des Kunstvereins Avantgarde gemeinsam mit der Grundschule am Schötener Grund und Medienstudenten der Uni Erfurt ist für das kommende Jahr ein Audioguide-Projekt von Kindern für Kinder im Kunsthaus geplant.

Foto: Sascha Margon

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Erst Anfang November begrüßte das Kunsthaus Apolda seinen 550.000 Besucher seit der Eröffnung im Juni 1995. Für die kommenden drei Jahre, für die die Planungen bereits abgeschlossen sind, garantiert Hans-Jürgen Giese, Geschäftsführer der Avantgarde Apolda, werde diese Zahl noch einmal um mehrere Zehntausend steigen. Gestern stellte aber zunächst einmal das Dreigestirn Kreis Weimarer Land, Stadt Apolda und der Kunstverein Avantgarde das Jahresprogramm für 2020 den Medien vor. Als erster Knaller im Jahr lädt vom 12. Januar bis 13. April die Ausstellung „Albrecht Dürer - Meisterwerke der Renaissance“ ins Kunsthaus und verspricht schon jetzt zu einer besucherintensiven Schau zu werden. Präsentiert werden sollen 118 Holzschnitte und Kupferstiche, die wegen ihrer Perfektion zu den Meisterwerken der Kunstgeschichte gehören. Die außergewöhnlich umfangreiche Sammlung stammt aus dem Bestand der österreichischen Zisterzienserabtei Stift Stams. Im Exposé verweist Kuratorin Susanne Flesche darauf, dass die Schau einen Überblick über das reiche Schaffen Dürers geben wird. Dürer zähle zu den großen Meistern der Renaissance, die in Deutschland um 1500 begann und die mittelalterliche Epoche der Gotik ablöste. Kuratorin Flesche weiter: „Mit großer Einfühlsamkeit beschrieb Dürer in seinen Druckgrafiken alltägliche, biblische sowie mythologische Szenen, die in der Ausstellung thematisch gegliedert werden: Altes Testament, Marienleben, Apokalypse, Große Passion, Heiligenlegenden, Apostelfolge, Mythologien, Volksleben, Tierwelten, Historienbilder und Einzelstudien.“ Zu den Höhepunkten gehören unter anderem berühmte Blätter wie „Der heilige Hieronymus im Gehäuse“, „Melancholie“ und „Adam und Eva“. Nackte und bunte Tatsachen schließen sich mit der zweiten Ausstellung des Kunstvereins und „Pop Art aus England und USA“ vom 26. April bis 28. Juni im Kunsthaus an. Damit wolle man an die Erfolge der 2018er-Ausstellung mit Werken von Andy Warhol anknüpfen, verrät Giese. Über 80 Werke von Peter Blake, Richard Hamilton, David Hockney, Allen Jonas, Alex Katz, Roy Lichtenstein, Mel Ramos, Andy Warhol und Tom Wesselmann sollen einen eindrucksvollen Überblick über diese Kunstform geben, die ihren Aufstieg mit den 1960-er Jahren erlebte und die Szene seinerzeit revolutionierte und bis heute ihre Bewunderer findet. So beispielsweise auch auf LP-Plattencovern der Rolling Stones, Beatles oder Velvet Underground, die jene Künstlernamen zu wahren Ikonen werden ließen. Die Schirmherrschaft für diese Ausstellung übernimmt abermals der Generalkonsul der Vereinigten Staaten, Timothy Eydelnant. Naturnahe Motive zeigt die anschließende Ausstellung mit Werken von Erich Heckel vom 12. Juli bis 6. und gibt damit eine Retrospektive der Arbeit des „Brücke“ Malers. In erster Linie werden Papierarbeiten, wie Zeichnungen, Aquarelle und Druckgrafiken aus nahezu allen Werkphasen seines Schaffens über sechs Jahrzehnte zu sehen sein. Als einer der bekanntesten Vertreter der Moderne zeigt das Kunsthaus vom 20. September bis 13. Dezember unter anderem Unikate und seltene Probedrucke des Künstlers Marc Chagall. Wie Kuratorin Susanne Flesche es beschreibt, verband Chagall in seinem Werk Metaphysik mit Profanem wie kaum ein anderer. In seiner zwischen Traum und Wirklichkeit angesiedelten Bilderwelt spiegelt sich das Reale als ein Märchen, in dem sich die Gestalten schwerelos im Raum bewegen, was seinen Bildern den Charakter des Fantastischen und nicht selten des Prophetischen verlieh.

Begleitet werden die Ausstellungen im Kunsthaus im kommenden Jahr von drei weiteren im „GlockenStadtMuseum“. Während noch bis 10. Mai die aktuelle und sehr erfolgreiche Schau „Tracking Talents - Mode (ver)folgen“ läuft, hält ab 24. Mai die Ausstellung „The Art of John Lennon“ Einzug im Haus an der Bahnhofstraße. Wie Museumsleiterin Rena Erfurth gestern erklärte, konnte dafür der in Apolda bereits bekannte Sammler Michael-Andreas Wahle gewonnen werden. Wahle hatte 2017 mit seiner Ausstellung „Ein Hauch von Hollywood“ die Glamourwelt der Leinwandhelden und Filmgrößen ins Museum geholt. Nun wird also John Lennon in den Fokus gerückt. Aus seiner Privatsammlung zeigt Wahle neben zahlreichen Fotos, Musikalben und Auszeichnungen des Beatles auch Skizzen, Cartoons und Lithographien, die es ihm im Besonderen angetan haben. Dabei hatte Wahle in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten für seine Sammelleidenschaft sogar Unterstützung von zahlreichen Wegbegleitern John Lennons erhalten, die am Aufbau der Ausstellung mitgewirkt hatten. Ein Thema ganz auf Apolda gestrickt schließt sich dann bis Jahresende an. Für den Faden eine Lanze brechen möchte dabei die Ausstellung im Museum, die ab dem 20. September läuft. „Glanzstücke und Spitzenwerke“ trägt sie als Titel und zeigt textile Kunst der Gruppe TAT (Textil Art Thüringen). Die zehn weiblichen Mitglieder wollen mit ihrer Arbeit, die stets in Gemeinschaft ausgeübt wird, um sich gegenseitig zu inspirieren, die Textilkunst aus dem Schatten ihrer selbst heraus führen. Apolda darf also gespannt sein auf ein abwechslungsreiches und volles Ausstellungsjahr.

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