Pilzsachverständige des Weimarer Landes sind Lebensretter

Apolda/Weimarer Land.  Abschied und Begrüßung im Team der Pilzsachverständigen des Kreises Weimarer Land. Ein fachlich anspruchsvolles Ehrenamt und die Liebe zur Natur.

Die Verwaltung begrüßt, ehrt und bedankt sich bei den Pilzsachverständigen des Weimarer Landes: Denise Horn, Landrätin Christiane Schmidt-Rose, Wolfgang Herzig und Margot Weihmann (von links).

Die Verwaltung begrüßt, ehrt und bedankt sich bei den Pilzsachverständigen des Weimarer Landes: Denise Horn, Landrätin Christiane Schmidt-Rose, Wolfgang Herzig und Margot Weihmann (von links).

Foto: Martin Kappel

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Sie sind sonderbar, manchmal nur unter dem Mikroskop sichtbar und in ihren Wirkungen höchstförderlich oder aber tödlich. Die Rede ist von den Pilzen. Wo die kleinsten Exemplare durch Produktion von Penizillinen medizinische Wirkungen entfalten oder als Hefe durch ihren „Atem“ für eine gewünschte Fluffigkeit in Backprodukten sorgen, sind ihre makroskopischen Geschwister vor allen Dingen bei einer Sache buchstäblich heiß begehrt: im Kochtopf. Doch da Speisepilze trotz ihrer Größe für den Laien nicht so einfach von ungenießbaren oder sogar tödlichen Exemplaren zu unterscheiden sind, darf die Bevölkerung glücklicherweise das Know-how von Pilzsachverständigen nutzen.

Während es in Weimar aktuell keinen derartigen Experten gibt, trumpft das Weimarer Land gleich mit zwei offiziellen Pilzsachverständigen auf, wobei eine langjährig Berufene sich nun zumindest aus dem Ehrenamt zurückzieht und Platz für eine Nachfolgerin macht. So wurde am Donnerstag die 79-jährige Margot Weihmann von Landrätin Christiane Schmidt-Rose feierlich verabschiedet. In Bad Sulza bot sie als örtliche Pilzberaterin bereits ab 1967 ihre Dienste an. Unzählige Grüne Knollenblätterpilze habe Sie schon aus den Körben von Bürgern, die ihren Rat suchten, herausgefischt. Der hochgiftige Lamellenpilz, der in Mitteleuropa für die meisten tödlichen Pilzvergiftungen sorge, werde häufig mit essbaren Champignons oder Grünen Täublingen verwechselt.

Ihr Mann Felix, mit dem sie seit 1956 verheiratet ist, begleitete die Naturliebhaberin – sie spricht sogar von einer Sucht nach der Natur – bei ihren Streifzügen durch Wiesen und Wälder und hat ebenfalls viel gelernt. Fehlberatungen hat es in ihrer Karriere nicht gegeben und auch hätte sich das Ehepaar nie gegenseitig vergiftet. „Aber man hätte es in der Hand gehabt“, lachen Margot und Felix, die nicht nur mit viel Wissen, sondern auch mit Humor gesegnet sind.

An Margot Weihmanns Stelle tritt nun Denise Horn. Im Hauptamt ist sie Chemielaborantin und arbeitet im sterilen Reinraum. Der Gang in die Wälder sei ihr daher umso wichtiger als persönlicher Ausgleich. 15 Jahre hat sie sich als Pilzberaterin ausbilden lassen.

Über viel Expertenwissen verfügt auch der in Apolda lebende Wolfgang Herzig, der sogar schon wissenschaftliche Untersuchungen zur Mykologie (Pilzkunde) angestellt hat. So hat er etwa über 20 Jahre Sporen auf dem Hauptfriedhof der Glockenstadt analysiert.

Beide Pilzsachverständige bieten regelmäßige Pilzführungen an und sind zur Pilzbestimmung für Sammler von nah und fern Ansprechpartner. Kontakt zu Denise Horn, wohnhaft am Johannesring 15b in Magdala, gibt es unter Tel. 0174 / 6 98 06 97. Wolfgang Herzig, wohnhaft in der Utenbacher Straße 79 in Apolda, kann telefonisch unter 03644 / 5 73 17 21 oder 0177 / 9 70 13 22 erreicht werden.

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