Rathaus von Bad Sulza setzt Neujahrsversprechen aufs Spiel

Bad Sulza.  Mitteilung über Eilentscheidung des Landgemeinde-Bürgermeisters bezüglich des Gradierwerks erreicht Räte mit Verzögerung.

Archivaufnahme: Stadtratsitzung im Sportlerheim in Bad Sulza.

Archivaufnahme: Stadtratsitzung im Sportlerheim in Bad Sulza.

Foto: Martin Kappel

Weil zu häufig Unterlagen zu spät bei den Räten eingingen, hatte es zur letzten Stadtratssitzung in Bad Sulza dicke Luft gegeben. Die Verwaltung und die Stadtratsführung hatten noch im Gremium Einsicht gezeigt und Besserung gelobt – im neuen Jahr sollte alles besser werden. Eine Chance, die guten Vorsätze umzusetzen, hat das Rathaus aber bereits versäumt.

Hintergrund ist die Eilentscheidung, die Landgemeinde-Bürgermeister Dirk Schütze am Freitagmorgen erlassen hatte, um das Bauvorhaben am Gradierwerk nicht in Verzug zu bringen (diese Zeitung berichtete). Dabei wurde der zweitgünstigste Bieter für die Holzarbeiten ausgewählt, weil der günstigste Bieter Formfehler in seinem Angebot gemacht hatte.

Beigeordneter des Bürgermeisters erfährt erst aus der Zeitung über Eilentscheidung

Weil die Eilentscheidung im Vorfeld absehbar war, wurden die Leser dieser Zeitung über die Sondermaßnahme bereits in der Samstagsausgabe informiert. Unter ihnen waren auch die überraschten Räte der Landgemeinde sowie Heinz-Jürgen Kronberg. „Wenn die Zeitung so etwas eher weiß als der stellvertretende Bürgermeister, dann funktioniert etwas nicht“, so der Beigeordnete am Dienstag, der das Problem mit dem Landgemeindeoberhaupt bereits erörtert habe.

Am Dienstagnachmittag erhielten die Stadträte endlich eine E-Mail vom Rathaus. Lydia Langer-Hälke von der Fraktion Interessengemeinschaft Bad Sulza hat Verständnis für die Verzögerung und sieht das Neujahrsversprechen noch nicht gebrochen. Sie hofft aber, dass die Stadtratsunterlagen in diesem Jahr früher versandt werden: „Ich bin neu im Stadtrat und hätte gerne eine Woche Zeit, mich auf eine Sitzung vorzubereiten.“

Verständnis und doch auch ernste Bitte an die Führung des Landgemeinde-Stadtrates

Ähnlich äußert sich auch Matthias Starrach von der CDU-Fraktion. Auch er wäre gerne früher über die Eilentscheidung informiert worden, sei da aber schmerzfrei. Wichtiger sei ihm die Prüfung des günstigeren Angebots gewesen und dass das Vorhaben nicht in Verzug komme. Doch auch eher hoffe, dass Unterlagen zum Stadtrat früher eingehen und seltener vom Notfall-Instrument der Tischvorlage – Beschlussvorlagen sind erst zur Sitzung einsehbar – Gebrauch gemacht wird.