Schachspieler Siegl konnte Gewinn kaum fassen

Apolda. Das Apoldaer Open-Turnier bescherte aus Sicht der beiden einheimischen Vereine zwei dicke Überraschungen. Organisatorisch lieferte die TSG einmal mehr grundsolide, von allen Beteiligten gewürdigte Arbeit ab.

Detlef Siegl beendete seine siebente Runde am Sonntagabend mit einem Remis gegen Ralf Lenninger aus Lochau. Dass seine vier Punkte ihn zum besten Apoldaer TSG-Spieler machen sollten, ahnte er da noch nicht. Foto: Uwe Schmidt

Detlef Siegl beendete seine siebente Runde am Sonntagabend mit einem Remis gegen Ralf Lenninger aus Lochau. Dass seine vier Punkte ihn zum besten Apoldaer TSG-Spieler machen sollten, ahnte er da noch nicht. Foto: Uwe Schmidt

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Detlef Siegl konnte es kaum glauben, als am Sonntagabend zur Siegerehrung plötzlich sein Name aufgerufen wurde: Der Glockenstädter ist nicht nur der einzige Spieler, der an allen bisherigen 22 Apoldaer Schach-Open-Turnieren teilnahm, sondern er gewann diesmal zu seiner eigenen Verblüffung den Sonderpreis für den bestplatzierten Spieler von Gastgeber-Verein TSG. In den Vorjahren war stets Harald Maiwald auf diesen Titel abonniert, der wie Siegl in den sieben Turnier-Partien vier Punkte geholt hatte. Bis zur Siegerehrung kannten beide aber ihre Feinwertungs-Zahlen nicht, die zwischen Punktgleichen über die Endplatzierung entscheiden. Während Siegl, nach seinen Ranglistenpunkten Nummer 83 der Setzliste, im oberen Bereich seiner Möglichkeiten agierte, hatte sich Maiwald einen besseren Platz schon in der ersten Runde vermasselt. Da überzog er gegen das schwäbische Nachwuchstalent Marius Langjahr im Endspiel und verschenkte das mögliche Remis.

Eine dicke Überraschung gab es auch aus Sicht von Vimaria Weimar: Andreas Günther belegte als Bester des Vereins Platz 21 und landete damit sogar direkt vor dem Internationalen Meister Marco Thinius. Dieser spielt Fagott in der Staatskapelle Weimar, tritt zwar weiter für seinen alten Heimatverein Schachfreunde Berlin an, steht bei Vimaria aber regelmäßig als Leiter von Trainingsabenden zur Verfügung. Beide hatten je 4,5 Punkte geholt.

Aus Sicht von Veranstalter TSG Apolda war es insgesamt ein gelungenes Turnier. "Wir hatten ein relativ ruhiges, unproblematisches Amtieren", gab Jens Goemann zu Protokoll - die sportliche Nummer eins der Glockenstädter spielte das Turnier nicht mit, sondern gehörte wie immer zum Wettkampfgericht. Bemerkenswert: In der letzten Runde gab es an den Spitzenbrettern kein einziges der sonst in dieser Phase beliebten taktischen Kurz-Remis, sondern es ging hoch her. Die Erlangerin Hanna Marie Klek etwa lehnte das Remis-Angebot ihres Gegners Sergey Kasparov ab und sorgte so mit für die Turnier-Entscheidung. Denn der Weißrusse, weder verwandt noch verschwägert mit dem Exweltmeister gleichen Nachnamens, gewann die Partie noch, kam so am Ende als Einziger auf 6,5 Punkte und holte sich die Turnier-Krone.

Tragisch endete das Open für den 64-jährigen Hermann Schrems aus Weinheim (Baden): Er stand mit fünf Punkten aus sechs Runden glänzend da. Allerdings waren ihm die Tabletten gegen die Gicht-Schmerzen in seinem Knie ausgegangen, so dass er am Sonntagmittag vorzeitig abreisen musste - es reichte trotzdem für Gesamtplatz elf.

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