Schulcampus als Glücksfall

Weimar  40 Jahre Albert Schweitzer Grundschule in Weimar-West. Schüler, Schulleitung, Kollegium und viele Ehemalige feiern

Schulleiter Reinhard Mäder mit den ehemaligen Lehrerinnen (v.l.) Margitta Spangenberg (von 1991 bis 1998), Karin Kirschnick (von 1983 bis 2001), Christine Eberhardt (von 1991 bis 2017) und Monika Nebelung (von 1991 bis 2019)..Fotos: Christiane Weber

Schulleiter Reinhard Mäder mit den ehemaligen Lehrerinnen (v.l.) Margitta Spangenberg (von 1991 bis 1998), Karin Kirschnick (von 1983 bis 2001), Christine Eberhardt (von 1991 bis 2017) und Monika Nebelung (von 1991 bis 2019)..Fotos: Christiane Weber

Foto: Christiane Weber

40 Jahre Albert-Schweitzer-Grundschule: Das wurde am Freitag in der Aula auf dem Schulcampus „Am Paradies“ kräftig gefeiert. Während Schülerinnen und Schüler bereits am Vormittag Gelegenheit hatten, ihre Wünsche an Schule und Zukunft mit bunten Luftballons in den Himmel aufsteigen zu lassen, würdigten Schulleitung, Kollegium und viele Ehemalige den Schulgeburtstag am Nachmittag in der Aula mit Reden, Diaschau, Musik und Büffet. „Ich freue mich über so viele Zusagen, auch von Ehemaligen“, begrüßte Schulleiter Reinhard Mäder, seit 1991 an der Albert Schweitzer-Schule, die Festgäste. „Es war eine spannende Zeit so kurz nach der Wende“, blickte er auf seine ersten Jahre an der Schule zurück. Eine der ersten Aufgaben sei es gewesen, drei Schulen quasi zusammenzulegen, erinnerte Reinhard Mäder. Sie hätten sich aus drei Kollegien zusammenraufen müssen. Plötzlich gab es viel mehr Parallelklassen. 525 Kinder wurden von 35 Lehrern und 15 Erziehern unterrichtet. Anfang der 90er Jahre kam auch der erste Computer ins Haus. Mittlerweile sei es normal, an Grundschulen ein Computerkabinett zu haben.

Ein Rückblick in Bildern führte den Wandel der Schule im Verlauf der letzten 40 Jahre vor Augen. Am 1. September 1979 war die Schule als Polytechnische Oberschule im neuen Wohngebiet am Stadion eingeweiht worden. „Bis in die Nacht hinein war geschrubbt und vorbereitet worden“, damit zur Feierstunde alles picobello ist. Petra Rudolph, dienstälteste Kollegin an der Schule erinnerte: Die Bedingungen zu Beginn der 80er Jahre waren nicht immer einfach. „Es wurde viel, sehr viel Arbeit in der Freizeit geopfert, ganze Familien wurden einbezogen. Wenn es regnete, zog man eben Gummistiefel an, um trockenen Fußes in die Schule zu kommen. Damals wurde auch Samstags unterrichtet. „Die Schule hat sich sehr positiv entwickelt, ist immer schöner und besser geworden“, verglich sie.

Während früher „Frontalunterricht“ gegeben wurde, gäbe es heute mehr Gruppenunterricht und Projekte. „Es war nicht immer einfach, doch der Unterricht hat immer viel Spaß und Freude gemacht“, sagte Petra Rudolph. Früher gab es noch einen Schulgarten, investierten Schulleitung und Kollegium viele Stunden, um den neuen Stundenplan auszutüfteln, – mit Zetteln. Jetzt hilft hierbei Kollege Computer. Mit der Wende kam auch Albert Schweitzer als Namenspatron.

Sanierung oder Schulneubau, hieß damals lange eine beherrschende Frage. Dann tauchte die Idee vom Schulcampus Weimar-West auf, erinnerte der Schulleiter. Von der Zuckertüte bis zum Abitur. Das Gymnasium entstand schließlich an der Prager Straße. Regelschule und Grundschule teilen sich den Schulcampus „Am Paradies“. „Es war das Beste, was uns passieren konnte“, resümierte Reinhard Mäder und adressierte herzliche Dankesworte an die Weimarer Wohnstätte, die den Campus ermöglicht hat. Vormals an der Berliner Straße 2, erfolgte der Umzug auf den neuen Schulcampus an der Moskauer Straße 67 im Herbst 2015.

„Danke, dass unsere Kinder so liebevoll, mit Geduld und Ideenreichtum unterrichtet werden“, richtete Schulelternsprecherin Nicole Glück ein großes Dankeschön an Schulleitung und Kollegium. Damals seien „alle mehr als skeptisch gewesen, Grundschule und Regelschule auf einem Schulcampus“ zu vereinen. „Die Sorge war unbegründet“, betonte die Schulelternsprecherin. „Wenn die Schulen getrennt geblieben wären, hätten wir das nicht bauen können“, blickte Udo Carstens, Geschäftsführer der Weimarer Wohnstätte, als Schulträger zurück. Es sei „eine kluge und richtige Entscheidung“ gewesen.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit“, gratulierten auch Gesina Malisius, Leiterin der Albert Schweitzer-Gedenkstätte, und Rainer Postrach, Vorsitzender des Albert Schweitzer-Komitees, zum Schulgeburtstag. Sie brachten ein besonderes Präsent mit, – eine Tafel mit der Aufschrift: „Unsere Schule trägt den Namen Albert Schweitzer“.

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