Thüringer Fleischwaren geben bisherigen Standort auf

Apolda.  Apolda: Die Thüringer Fleisch- und Wurstwaren GmbH will mit einer Millioneninvestition ihre Marktstellung sichern und weiter ausbauen.

Die Kapazitätsgrenze am Firmensitz in der Buttstädter Straße ist längst erreicht. Eine Erweiterung ist an jetzigen Standort nicht mehr möglich.  

Die Kapazitätsgrenze am Firmensitz in der Buttstädter Straße ist längst erreicht. Eine Erweiterung ist an jetzigen Standort nicht mehr möglich.  

Foto: Sascha Margon

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Die Thüringer Fleischwaren GmbH (ThüFleiWa) gehört in Apolda zu den regional großen Mitspielern im Bereich der Lebensmittelproduktion. Neben Marken, wie Filinchen, Ospelt, Dr. Schär oder der Vereinsbrauerei, hat sich der Fleisch- und Wurstproduzent weit über die Kreisgrenzen hinweg einen Namen gemacht.

Nun geht es bei dem Unternehmen, das seit 1998 am Markt ist, im kommenden Jahr sprichwörtlich um die Wurst. Speziell um deren Produktion. Denn die steigt, Dank guten Absatzes, seit Jahren kontinuierlich an. Mit Blick auf diese Entwicklung sei man nun allerdings an einem Punkt angelangt, so Geschäftsführer Mirko Schwendel, an dem die Kapazitätsgrenze mehr als erreicht ist.

Oft mussten deshalb schon Kompromisse eingegangen werden, die den positiven Trend zum Stillstand brachte. Die aktuelle Monatsproduktion bei ThüFleiWa von 50 und 60 Tonnen Fleisch ist deshalb nicht mehr zu steigern. Für eine notwendige Erweiterung der Produktion gibt das Grundstück in der Buttstädter Straße rein platztechnisch keinen Spielraum her, so Schwendel.

Auch ein Umbau des gesamten Firmengeländes kommt nicht in Frage, weil der einen Produktionsausfall über viele Monate mit sich bringen würde. Aus diesem Grund plant das Unternehmen mit seinen derzeit 160 Mitarbeitern seit einiger Zeit mit einem Neubau im Gewerbepark an der B87.

Mit einer Investition im zweistelligen Millionenbereich soll vor dem Gelände der Doka-Schalungstechnik auf einem rund 1,5 Hektar großen Grundstück eine neue Firmenzentrale entstehen. Nach diesen Plänen würde eine Erweiterung der Produktionsfläche um gut 50 Prozent realisiert werden können, womit die ThüFleiWa auch für die Zukunft bestens gerüstet sei, denn die Branche sei hart umkämpft. Der wachsende Preiskampf tue sein Übriges.

„Wir haben alleine in diesem Jahr eine Preissteigerung von 30-40 Prozent im Vergleich zu 2018 beim Einkauf hinnehmen müssen“, erklärt Geschäftsführer Mirko Schwendel, der seit 2014 das Unternehmen leitet. Nicht nur Zutaten, wie Gewürze seien im Preis gestiegen, sondern vor allem der Fleischpreis – bedingt dadurch, dass sich beispielsweise China auf dem deutschen Markt mit Schweinefleisch in großen Mengen eindeckt.

Um diese Marktfaktoren abzufangen, bleibt am Ende nur die Investition – in neue automatische Produktionsstraßen und Verpackungslinien. Denn das Unternehmen vertreibt schon heute nicht nur in den eigenen 19 Filialen Fleisch- und Wurstspezialitäten, sonder beliefert auch Gaststätten, Vereine, Imbissstände oder den Einzelhandel, wie die Handelsketten Rewe, Edeka oder Globus.

Geplant ist im neuen Firmensitz zudem ein Werksverkauf für Gewerbetreibende und eine öffentliche Kantine. Aktuell stehen die Gespräche mit Banken, Planern und Fördermittelgebern kurz vor dem Abschluss. Laut Mirko Schwendel könnte deshalb im kommende Jahr bereits der Spatenstich für den Neubau erfolgen, die Fertigstellung, samt Umzug wäre dann für 2021 geplant.

Für die Filiale in der Buttstädter Straße soll sich im Übrigen nichts ändern, sie bleibt nach den derzeitigen Plänen auch weiterhin bestehen. Gleiches gilt für den Bratwurststand nebenan.

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