Apolda: Und wer was sagt, dem werden Schläge angedroht ...

Apolda.  In Apolda gib’s Ärger: Der Respekt vor öffentlichem Eigentum und anderen Bürgern lasse zu wünschen übrig, kritisiert Volker Heerdegen Jugendliche.

So schön die Herressener Promenade in Apolda auch ist, immer mehr Bürger trauen sich schon gar nicht mehr hin – aus Angst vor Pöbeleien und weil immer mehr Müll dort herumliege, sagte der stellvertretende Bürgermeister.

So schön die Herressener Promenade in Apolda auch ist, immer mehr Bürger trauen sich schon gar nicht mehr hin – aus Angst vor Pöbeleien und weil immer mehr Müll dort herumliege, sagte der stellvertretende Bürgermeister.

Foto: Dirk Lorenz-Bauer

Volker Heerdegen (CDU) wirkte am Donnerstag noch einigermaßen aufgewühlt. Am Vorabend hatte der hauptamtliche Beigeordnete im Stadtrat wie berichtet einen emotionalen Aufruf verlesen, nachdem er sich über die zunehmende Disziplinlosigkeit besonders von Jugendlichen im öffentlichen Raum beklagt hatte.

Es fehlte, sagt Heerdegen im Nachgang auf Nachfrage unserer Zeitung, vielfach an Respekt und Achtung vor den öffentlichen Werten und anderen Bürgern.

Neben regelmäßigen Lärmbelästigungen, die über das Normalmaß hinausgehen würden, würden öffentliche Bereiche in der Stadt immer häufiger verunreinigt, bleibe Müll liegen, käme es verstärkt zu Sachbeschädigungen. Zudem käme es vor, dass denjenigen körperliche Gewalt angedroht wird, die auf Missstände hinweisen und die Verursacher vor Ort zur Rede stellen.

Insbesondere verweist Volker Heerdegen auf den Kantplatz und die Herressener Promenade als zwei Schwerpunkte. Letztere sei besonders im Bereich betroffen, in dem zur Landesgartenschau die kleine Kirche (Gottes Gartenhaus) stand. Mehrfach habe er Jugendliche zudem dabei ertappt, wie sie mit Mopeds durch die Herressener Promenade fuhren. Wer diese darauf Hinweise, bekäme Schläge angedroht, so Heerdegen.

Ältere Bürger hätten ihm bereits mehrfach versichert, dass sie die wunderschöne Promenade gar nicht mehr besuchen, weil sie dort Angst bekämen. So, betont Heerdegen, können es nicht weitergehen! Die Zivilgesellschaft müsste sich dagegen zur Wehr setzen.

Um der unguten Entwicklung endlich Einhalt zu bieten, würde die Streifen durchs Ordnungsamt verstärkt. Auch die Polizei wüsste um die neuralgischen Punkte. Er selbst habe sie bereits mehrfach zu Hilfe greifen.

Für kommenden Dienstag ist eine Gesprächsrunde anberaumt, in der Polizei, Ordnungsamt, Jugendpflege und Stadtverwaltung über geeignete Maßnahmen beraten werden, kündigte Heerdegen an. Er sei gewillt, diese Sache in Angriff zu nehmen, damit Apolda eine lebenswerte Stadt bleibt. Man dürfte sich nicht einfach alles gefallen lassen.