Weimarer Land: Landrätin ist ein Jahr im Amt - eine Bilanz

Landkreis  Landrätin Christiane Schmidt-Rose spricht im Interview über Bandschutz, aber auch über Arbeiten in Pestalozzi-Schule, die das Landesamt kritisch im Blick hat

Christiane Schmidt-Rose bei der Vereidigung vor einem Jahr

Christiane Schmidt-Rose bei der Vereidigung vor einem Jahr

Foto: Lorenz-Bauer

Wäre es seinerzeit kein Sonntag gewesen, Christiane Schmidt-Rose (CDU) hätte am 1. Juli des vergangenen Jahres ihren ersten Tag als Landrätin gehabt. Ein Jahr ist inzwischen also vergangen. Zeit, um mal nachzufragen, wie der Stand ist, was auf dem Weg ist.

Frau Landrätin, Sie haben drei Schwerpunkte benannt: Straßen, Radwege, Schulen. Lassen Sie uns die Schulen herausgreifen. Wie sieht es aus?

Das ist ein gutes Stichwort, weil mir diese besonders am Herzen liegen. Wenn wir junge Familien halten oder hierher bekommen wollen, muss natürlich auch die Infrastruktur stimmen – und dazu gehören Schulen. Diese sollten so wohnortnah wie möglich liegen, was für deren Erhalt spricht, und sich in einem vertretbaren Zustand befinden. Die aktuellen Investitionen an vielen Schulen stehen dafür, dass der Kreis Weimarer Land es im Blick hat.

Insbesondere der Brandschutz scheint da ein Punkt zu sein?

Das sehen Sie richtig. Besonders in den Schulen, die der Kreis 2017 von der Stadt Apolda übernehmen musste, liegt einiges im Argen, teils kann man von massiven Problemen sprechen. Wir sind dabei, auf Basis der neuen Brandschutzkonzepte für die Schulen zügig zu handeln.

Können Sie ein konkretes Beispiel dafür nennen?

Ja. Die Pestalozzi-Regelschule. Dort sind wird dabei, den zweiten Fluchtweg zu schaffen, damit das Dachgeschoss endlich für den Unterricht nutzbar wird. Die Schule braucht den Platz nämlich dringend.

Man hört, dass das Landesamt für Verbraucherschutz kritische Einwände vorgetragen haben soll, was Sie nicht unbedingt amüsieren dürfte?

Tatsächlich sollen wir zur Umsetzung der Maßnahmen in der Pestalozzi-Regelschule nun angehört werden. Es gibt einige Punkte, über die zu reden sein wird. Ich bin indes etwas verärgert, weil ausgerechnet in der Phase, in der wir dort sehr intensiv an der Verbesserung der Situation arbeiten, solche Kritik dazwischen kommt. Jahrelang, als der Zustand nicht ideal war, hat sich offenbar niemand groß dafür interessiert.

Wie läuft es im Gebäude Gymnasium Bergschule, wo seit zwei Jahren die Berufsschule mit drin sitzt?

Ach wissen Sie, Reibungspunkte kann es immer mal geben. Aber im Grunde läuft es. Das Gebäude ist zumindest voll ausgelastet.

Was ist mit der Immobilie Louis-Opel-Straße? Der Kreistag tagt dort schon lange nicht mehr, weil das der Zustand gar nicht mehr zulässt. Wird das Gebäude verkauft?

Sollten sich ein ernsthafter Interessent finden, die Konditionen stimmen und der Kreistag einer Veräußerung zustimmen, würde das wohl passieren. Aber derzeit gibt es gar keine Interessenten.

Und selbst sanieren?

Der Kreis hat keine Verwendung fürs Haus. Zudem lag der Investitionsbedarf bereits vor einigen Jahren bei um die 6 Millionen Euro. Sie können sich denken, was es heute kosten würde.

Sanierung Turnhalle Lessingstraße – man hört, dass noch diskutiert wird, eine Akustikdecke einzubauen. Stimmt‘s?

Es gibt hausintern eine Beratung darüber, ob das notwendig ist. Die Halle soll nach der Sanierung durch Freizeitsportler genutzt werden, nicht für den Schulsport. Die 100.000 Euro allein für die Akustikdecke sind im Haushalt. Sie müsse aber erst noch ausgeschrieben werden.

Angesichts des Schulnetzplans bis 2028 haben Sie sich jüngst vom Kreistag für weitere juristische Schritte grünes Licht geben lassen, warum denn?

Der Kreistag hat in der jüngeren Vergangenheit den Schulnetzplan für 2017 bis 2028 verabschiedet. Die Laufzeit von zehn Jahren aber ist dem Land zu lang. Es möchte nur 5 Jahre. Wir aber wissen um unserer Geburten, wollen weiter planen, was die Verwaltung vorbereitete, der Kreistag so beschloss. Nun geht der Streit mit dem Land schon eine Weile. Unlängst urteilte das Verwaltungsgericht Weimar entgegen unsere Auffassung. Wir wollen die Zulassung einer Berufung gegen das Urteil erreichen und sehen gute Gründe: So zog das Gericht für sein Urteil die Schulgesetznovelle des Landes heran. Diese war allerdings zum Zeitpunkt der Urteilsfindung noch nicht verabschiedet.

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