Weiterhin hohe Arbeitslosenzahlen im Weimarer Land

Weimarer Land.  11 Arbeitslose weniger im Kreis Weimarer Land als im Vormonat, aber immer noch 453 mehr als vor einem Jahr.

Die Agentur für Arbeit (Symbolfoto).

Die Agentur für Arbeit (Symbolfoto).

Foto: Alexander Volkmann

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„Dieses Jahr ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ungewöhnlich“, kommentiert Holger Bock, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Erfurt, die Juli-Arbeitsmarktzahlen für das Weimarer Land. „Normalerweise steigt die Arbeitslosigkeit im Hochsommer, doch im Landkreis bleibt die Arbeitslosigkeit stabil. Das liegt vor allem am Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung. Auch sind die saisonalen Effekte, die im Sommer die Arbeitslosenzahlen steigen lassen, wie Entlassungen zum Halbjahr und Beendigungen von befristeten Beschäftigungsverhältnissen, vermutlich bereits im Zuge der Corona-Krise vorgezogen worden.“

Dennoch habe der Lockdown zu sehr viel Unsicherheit geführt. Die Unternehmen nutzten die Kurzarbeit zwar auf einem nie dagewesenen Niveau, um ihre Mitarbeiter zu halten, doch seien aktuell 27 Prozent mehr Menschen arbeitslos als vor einem Jahr. „Und auch die Zahl der Menschen, die Arbeitslosengeld I bekommen, ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Erfreulich ist die hohe Personalnachfrage in diesem Monat“, erläutert Bock die Gesamtschau der Lage.

2153 Menschen arbeitslos im Kreis Weimarer Land

In Zahlen heißt das, dass im Kreis Weimarer Land im Juli 2153 Menschen arbeitslos waren – das sind elf weniger als im Juni, jedoch 453 mehr als vor einem Jahr. Damit lag die Arbeitslosenquote wie im Juni bei 4,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,9 Prozent.

Seit März hätten im Weimarer Land 908 Unternehmen für 8963 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Die Unternehmen erwarten für jeden dritten Beschäftigten einen Arbeitsausfall von mindestens 10 Prozent. Betroffen seien alle Wirtschaftszweige, am stärksten das Verarbeitende Gewerbe, der Handel, das Bau- und das Gastgewerbe.

Neu gemeldete Stellen haben Niveau vor Corona erreicht

Laut neuem Monatsbericht verloren 143 Menschen ihre Arbeit, davon waren vor allem Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe, in der Arbeitnehmerüberlassung und im Handel betroffen. 132 Menschen konnten hingegen eine neue Beschäftigung aufnehmen und ihre Arbeitslosigkeit beenden. Auch starteten 87 Menschen eine Aus- bzw. Weiterbildung. Das ist zum zweiten Monat in Folge ein deutlicher Anstieg. Da Maßnahmeteilnehmer nach dem Gesetz nicht als arbeitslos gezählt werden, entlastet dies die Arbeitslosenzahlen.

Im Juli lag die Zahl der neu gemeldeten Stellen bei 150. Das sind 56 mehr als im Juni und so viele wie vor einem Jahr. „Es zeichnet sich ein positiver Trend bei der Personalsuche der regionalen Unternehmen ab und im Juli ist der Stelleneingang wieder auf dem Vor-Corona-Niveau. Dieses liegt bei durchschnittlich 140 Stellen pro Monat“, erläutert Bock.

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