Windpark Gebstedt produziert bisher nur heiße Luft

Gebstedt/Bad Sulza.  Landgemeinde-Bürgermeister Dirk Schütze äußert sich über geplanten Windpark in Gebstedt. Politischer Konsens in Bad Sulza über weiteres Vorgehen.

Symbolisch gesehen, gibt es um das Projekt Windpark Gebstedt nach wie vor eine Menge Nebel.

Symbolisch gesehen, gibt es um das Projekt Windpark Gebstedt nach wie vor eine Menge Nebel.

Foto: Frank Molter/dpa

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Wie viel Substanz steckt wirklich hinter den bisherigen Ankündigungen der Betreiber des geplanten Windparks bei Gebstedt? Das ist eine Frage, mit deren Beantwortung sich im Rathaus der Landgemeinde Stadt Bad Sulza schwer getan wird.

Im Oktober hatte die an der Gesellschaft Windpark Gebstedt beteiligte Firma WKN auf Anfrage dieser Zeitung mitgeteilt, noch in diesem Jahr mit dem Wegebau beginnen zu wollen. Gleichzeitig hieß es, dass das Einvernehmen von allen privaten Grundstückseigentümern oder Pächtern vorliege, um deren Grund und Boden dafür nutzen zu können. Bis heute lägen dem Rathaus in Bad Sulza jedoch keine Informationen vor, ob wirklich jeder Eigentümer oder Besitzer zugestimmt habe. Gleichzeitig sei auch keine Anmeldung über einen Baustart erfolgt. Zögert sich das Vorhaben also doch bis 2020 hinaus oder steht es womöglich auf der Kippe?

Bad Sulzas Bürgermeister und Stadträte einig über Windpark Gebstedt

In jedem Fall bleibe die Landgemeinde bei ihrer Haltung, das Vorhaben zwar nicht zu blockieren, aber die Windparkbetreiber auch nicht zu hofieren, wird aus den Worten vom Landgemeinde-Bürgermeister Dirk Schütze deutlich. In der letzten Stadtratssitzung und auch anschließend im Hauptausschuss hätte er sich mit den Räten über dieses Vorgehen abgestimmt.

Fraktionsübergreifend und einstimmig wurde auch festgelegt, das Erschließungsangebot der WKN zunächst zu den Akten zu legen. In einem Schreiben hatte das Unternehmen etwa eine Viertelmillion Euro mit verschiedenen Auszahlungsoptionen angeboten, für die zukünftige Nutzung der Wege, welche zu den geplanten Windräder führen sollen. Bis Anfang November bat die Firma um eine Zusage der Landgemeinde.

Landgemeinde will vor nächsten Schritten erst das Gerichtsurteil abwarten

„Wir warten erst das Gerichtsurteil ab“, erklärt Bürgermeister Dirk Schütze. Am Thüringer Oberverwaltungsgericht sei nach wie vor das Verfahren anhängig, das das Projekt Windpark vorerst stoppen könnte (diese Zeitung berichtete). Wann jedoch mit dem Urteil zu rechnen sei, wisse der Bürgermeister nicht.

Ein weiterer Prozess ist indes zumindest möglich. Die WKN hatte sich im Falle einer Ablehnung „andere Wege“ vorbehalten. Ob sie davon auch Gebrauch mache, war auf Anfrage am Dienstag nicht zu erfahren.

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