Guten Morgen im Weimarer Land

„Winterbier“ im Schreibrausch

Dirk Lorenz-Bauer thematisiert die Wirkung von 5,8 Prozent.

 Redakteur Dirk Lorenz-Bauer

Redakteur Dirk Lorenz-Bauer

Foto: Peter Hansen

Und dabei hatte ich es mir doch vorher noch ganz fest vorgenommen. Das müssen Sie mir jetzt einfach glauben. Dirk, sagte ich zu mir gestern im Labor der Brauerei, halt dich bei der Verkostung zurück, sonst schreibst du hernach möglicherweise Unfug. – Und so kam es. Weil ich mich nicht im Griff hatte. Ist aber auch süffig das Neue. 5,8 Volumenprozent Alkohol hat es auch noch. Jedenfalls stand nun im Blatt geschrieben, dass die Vereinsbrauerei Apolda eine „Weihnachtsbier“ kreiert hat, das kommende Woche in die Vermarktung gehen wird. Tatsächlich heißt der Gerstensaft aber korrekterweise „Winterbier“, das man natürlich auch zu Weihnachten ganz wunderbar trinken oder verschenken kann. Insoweit ist das von mir beschriebene „Weihnachtsbier“ also gemäß Etikett ebenso ein ganz vorzügliches „Winterbier“. Was beweist, dass man mit einer guten Ausrede alles wieder so einigermaßen ins Lot bringen kann . . .

Abgesehen davon vermute ich, dass hinter der ganzen Sache eine gezielte Taktik der Vereinsbrauerei steckt. Erst wird der Reporter netterweise zum kleinen Verkostung gebeten, dann dreht es in dessen Kopf, er schreibt folglich Quark – und muss sich anschließend öffentlich korrigieren. Ganz nebenbei wird somit über den neuen Gerstensaft sogar zweimal ausgiebig berichtet. – Echt clever eingefädelt.