Absolute Abfahrt für absolute Könner von der Bobhütte bis zum Sprung ins Ziel

Ilmenau  Für mehr als 400 Starter und ihre Räder ist das Downhill-Rennen in Ilmenau eine Prüfung auf Herz und Nieren. Verletzungen bleiben nicht aus.

Beim Downhill in Ilmenau geht es mit dem Mountainbike durch den Wald über Stock und Stein und mit einem mächtigen Sprung über den Weg

Beim Downhill in Ilmenau geht es mit dem Mountainbike durch den Wald über Stock und Stein und mit einem mächtigen Sprung über den Weg

Foto: André Heß

Samstagmorgen, die Pflicht-Trainingszeit hat begonnen, an den Campingwagen und Zelten herrscht noch Frühstücksstimmung. Auch beim Team „Chainwheel-Cowboys“. Die Kettenblatt-Crew kommt aus Göttingen, fünf Fahrer und eine Kombüsenfrau. Das fünfte Jahr in Folge beim Downhill-Cup in Ilmenau, die Strecke am Lindenberg werde immer schwieriger. Vor allem der Zielsprung? Nein, der sehe für die Zuschauer von unten nur spektakulär aus, aber das Steinfeld und die Sprünge unterwegs seien nicht ohne, und schon gar nichts für Anfänger.

Bereits am Freitag konnten sich die über 400 Lizenz- und Hobbyfahrer – darunter etwa 20 mutige Frauen – auf dem sandigen, staubigen, verwurzelten und schwierigen Parcours eingrooven. Drei Athleten mussten an dem Tag ins Krankenhaus gebracht werden, sagte Jörg Winkler, Einsatzleiter von einem DRK-Team aus Arnstadt-Ilmenau, Erfurt, der Wasser- und Bergwacht. Unterarmbruch, Lenker in den Brustkorb bekommen, Bein verdreht. 25 Leute, zwei Notärzte, fünf Fahrzeuge und zwei Quad gehören zur Rettungsstaffel.

Vom Motocross auf Downhill umgestiegen

Der Sport ist pures Adrenalin, bekunden die zwei Cowboy-Brüder Mathias und Alexander, die vor sechs Jahren vom Motocross auf Downhill umgestiegen sind. Seine Angst zu überwinden, gehöre dazu, neben den Protektoren, Helm, Handschuhen, Knie- und Ellenbogenschützern, die auch vor jedem Start kontrolliert werden.

Entlang der Strecke pfeift es im Walde von Streckenposten zu Streckenposten. Man sieht die Fahrer erst nicht, dann staubt es vor einem auf und vorbei sind sie gerauscht. Noch ist Trainingszeit, die Abstände von Fahrer zu Fahrer können selbst gewählt werden. Manchmal sieht es beängstigend eng aus.

Die Ruhe weg haben Kris, Ilona und der dreimonatige Olliver aus Gießen. Papa ist gerade gefahren, Mama und Sohnemann holen ihn am Ziel ab. „Das ist eine fast naturbelassene Strecke, so muss Downhill sein“, schwärmt der junge Vater.

Die Campinggebühr beträgt 20 Euro und die Startgebühr 70 Euro. Es gibt Duschen für Mensch und Maschine, einen Shuttle-Service zum Start, selbst die „Absolute Abfahrt Ilmenau“ darf auf T-Shirts nicht fehlen.

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