Angelroda kann zu Martinroda und erhält finanziellen Zuschuss

Ilm-Kreis  Der Gemeinderat beschloss bereits im April die Eingemeindung von Angelroda nach Martinroda . Mit einem Gesetzbeschluss vom Thüringer Landtag gibt es dafür auch eine sechsstellige Finanzhilfe.

Der kleine Ort Angelroda im Ilm-Kreis hat seine Verwaltung künftig in Martinroda.

Der kleine Ort Angelroda im Ilm-Kreis hat seine Verwaltung künftig in Martinroda.

Foto: Christoph Vogel

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Der Landtag macht den Weg für die Eingemeindung von Angelroda nach Martinroda und die Zahlung einer Finanzhilfe in Höhe von 244.000 Euro frei, teilte Landtagsabgeordneter Frank Kuschel (Linke) mit.

Mit dem vom Landtag beschlossenen Gemeindeneugliederungsgesetz 2019 stehe damit der Eingemeindung von Angelroda nach Martinroda zum 1. Januar 2020 nichts im Wege. Für Kuschel sei das ein weiterer Beleg dafür, dass die Gemeindegebietsreform im Ilm-Kreis eine Erfolgsgeschichte ist.

Während sich in Thüringen rund die Hälfte der Gemeinden neu gegliedert haben, seien es im Ilm-Kreis fast 80 Prozent. „Es gibt nur zwei Gebiete, bei denen keine Neugliederung vollzogen worden ist. Dabei handelt es sich um die Verwaltungsgemeinschaft Riecheimer Berg ohne Kirchheim und die Verwaltungsgemeinschaft Geratal-Plaue. Wobei hier aus fünf nun drei Gemeinden geworden sind“, sagte Kuschel.

Es sei gut, dass die beteiligten Gemeinden die Möglichkeit nutzen, sich in zukunftsfesten Verwaltungsstrukturen neu zu organisieren. Zudem würden mit dem jetzigen Gesetz die Finanzhilfen entfristet. „Das kann zu Recht als Signal verstanden werden, dass auch nach der Landtagswahl der Prozess der Gemeindegebietsreform fortgesetzt und finanziell unterstützt wird.“ Er sei sehr zuversichtlich, dass auch im Ilm-Kreis weitere Gemeinden diese Chance in den nächsten Jahren nutzen, um sich in zukunftsfesten Verwaltungsstrukturen zu organisieren“, so Kuschel.

Im April hatte der Martinrodaer Gemeinderat den Beschluss zur Eingemeindung von Angelroda gefasst. Das Zusammengehen ist für beide Dörfer nur ein Zwischenschritt, hieß es. Ziel sei es, Ortsteile von Ilmenau zu werden. Das passiere aber nicht in nächster Zukunft, hatte sich Oberbürgermeister Daniel Schultheiß (parteilos) den Bittstellern dazu gegenüber geäußert. Es werde komplexe Lösungen geben, worin die VG Geratal-Plaue, aber auch Arnstadt eingebunden werden müssten, sagte das Stadtoberhaupt.

Angelroda will keinen Ortsteilbürgermeister

Die Angelrodaer Gemeinderäte hatten mit dem inzwischen zurückgetretenen Bürgermeister Udo Lämmer (CDU) diese beiden Beschlüsse bereits einstimmig gefasst mit dem Zusatz, keine Ortsteilverfassung und somit auch keinen Ortsteilbürgermeister haben zu wollen und zu brauchen. Martinrodas Bürgermeister Günther Hedwig (parteilos) zeigte sich überzeugt von der Eingemeindung. Das eingemeindete Angelroda komme so aus der Misere vorläufiger Haushaltsführung heraus. Martinrodas Einwohnerzahl wächst auf über 1000, was ein Mehr an Schlüsselzuweisungen vom Land zur Folge habe, hieß es.

Zwei Martinrodaer Gemeinderätinnen bestanden vor dem Eingemeindungsbeschluss auf eine Art Bürgerbefragung. Dennoch wurde der Beschluss zur Eingemeindung Angelrodas mit sechs Ja- und einer Nein-Stimme gefasst. Der Vertragsbeschluss bekam sechs Ja-Stimmen bei einer Stimmenthaltung.

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