Anti-Drogen-Zug macht Station in Arnstadt und Ilmenau

Ilm-Kreis  Das Jugendamt holt den „Revolution Train“ in den Ilm-Kreis. Hunderte Schüler sind angemeldet.

Der Anti-Drogen-Zug „Revolution Train“ stoppte bereits im Zughafen in Erfurt. Hier führte Wanda Edelkötter die Gäste durch den Zug

Der Anti-Drogen-Zug „Revolution Train“ stoppte bereits im Zughafen in Erfurt. Hier führte Wanda Edelkötter die Gäste durch den Zug

Foto: Marco Schmidt

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Es fängt meist harmlos an: mit ein paar Pillen oder auch selbstgedrehten Zigaretten mit ein bisschen „Gras“. Doch Drogen können schnell abhängig machen, dafür sollten junge Leute sensibilisiert sein. Ein neuer, innovativer Ansatz ist der „Revolution Train“, der Ende September erstmals in den Ilm-Kreis kommt.

Es handelt sich um einen richtigen Zug, der aus Tschechien stammt und inzwischen mit seiner Mission auch durch Deutschland tourt. In seinen sechs Waggons werden die Besucher in 90 Minuten mit der Geschichte einer Drogensucht und ihren Auswirkungen konfrontiert. Geschultes Personal begleitet die Besuchergruppen. „Dabei werden alle Sinne angesprochen“, erklärte Erich Rindermann vom Jugendamt des Ilm-Kreises, dem die Drogenprävention ein wichtiges Anliegen ist. Man wolle die Widerstandsfähigkeit gegenüber Suchtmitteln erhöhen. Dabei geht es um legale wie auch illegale Drogen.

Alkohol und Drogen wie Crystal Meth

Deshalb ist auch das Thema Alkohol und seine Auswirkungen präsent – und es werden natürlich die harten Drogen thematisiert, die weiter auf dem Vormarsch sind, wie Crystal Meth und Kokain. Die Folgen reichen bis hin zu Kriminalität, Gefährdung der eigenen Gesundheit und soziale Isolation.

Mit dem „Revolution Train“ könne man am Tag etwa 450 Personen erreichen, sagte Rindermann. Zwei Tag macht der Zug in Arnstadt Halt, einen weiteren in Ilmenau (siehe Infokasten). In den beteiligten Schulen soll eine Vor- und Nachbereitung zum Projekt stattfinden. Das Jugendamt hat mit den Schulsozialarbeitern zwölf Multiplikatoren ausgebildet, es will sich zudem per Fragebogen einen Überblick zum Suchtverhalten verschaffen. Mehrere Beratungsstellen und Ämter werden ebenfalls am Zug sein.

„In unserer Jugendschutzarbeit spielt die Suchtprävention eine wichtige Rolle. Der Anti-Drogen-Zug ist ein tolles Projekt, um Jugendlichen die Gefahren von Suchtmitteln aufzuzeigen. Über 1200 Schülerinnen und Schüler sowie die Öffentlichkeit werden Gelegenheit haben, sich im ‚Revolution Train‘ mit Süchten auseinanderzusetzen“, stellte Landrätin Petra Enders (Linke) das innovative Projekt vor. Sie freut sich, dass es dem Jugendamt gelungen ist, den Zug auch dank der finanziellen Unterstützung durch die Thüringer Energie AG und die Sparkasse Arnstadt-Ilmenau für drei Tage in den Ilm-Kreis holen zu können.

Das Angebot richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen. Viele Schulen haben zugesagt. Familien will man jeweils nachmittags die Möglichkeit für einen Besuch geben. Dafür können sie sich per E-Mail im Jugendamt anmelden.

Zur Sache

Der Anti-Drogen-Zug stammt aus Tschechien, seit einigen Jahren rollt er auch durch Deutschland.

In sechs Waggons macht er auf die Folgen von Drogenmissbrauch aufmerksam. Es handelt sich um einen Kombination von Informationen, Sinneswahrnehmung und Diskussion mit den jeweiligen Moderatoren.

Der Zug steht am 26. und 27. September am Bahnhof Arnstadt, Zugang vom Rehestädter Weg, sowie am 30. September am Bahnhof Ilmenau.

Von 8 bis 15.20 Uhr wird er von Schulen besucht, von 16 bis 18 Uhr ist er für die Öffentlichkeit zugänglich. Interessierte sollten sich anmelden unter jugendamt@ilm-kreis.de

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