Arnstadt: Bauarbeiten im Gerätehaus auf der Zielgeraden

Arnstadt.  Innenausbau am Obertunk läuft auf Hochtouren. In den nächsten Tagen wird Außengelände hergerichtet

Die Elektriker Jürgen Sack, Florian Hüge, Philipp Pfeffer, Jonas Walter und Sigmar Feind (von links) von der Firma Elektro Beckhoff aus Ohrdruf arbeiten derzeit in der Fahrzeughalle und in den Werkstätten.

Die Elektriker Jürgen Sack, Florian Hüge, Philipp Pfeffer, Jonas Walter und Sigmar Feind (von links) von der Firma Elektro Beckhoff aus Ohrdruf arbeiten derzeit in der Fahrzeughalle und in den Werkstätten.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Laut dröhnt es durch die Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses in Arnstadt. Ein armdicker Schlauch führt von einem der Tore zu den künftigen Umkleiden. Durch ihn wird Estrich auf den Fußboden gepumpt.

Stadtbrandmeister Jörg Dimitrovici schaut lächelnd um die Ecke. „Es geht voran“, freut er sich. Der Estrich im Obergeschoss ist bereits begehbar. Sobald er ausgetrocknet ist, können die Fußbodenbauer beginnen.

Bis dahin ruhen die Arbeiten aber keineswegs: Heizungsmonteure und Elektriker wuseln durch die Räume. Ein Teil der Gerüste, die benötigt wurden, um die Fassade zu verklinkern, sind bereits gefallen. Auch die Tiefbauarbeiten stehen vor dem Abschluss. Neben dem Gebäude wurden unter anderem zwei große Zisternen installiert – zur eigenen Wasserversorgung, aber auch, um direkt neben dem Gerätehaus für den Ernstfall üben zu können.

„Es sieht zwar überall noch nach viel Arbeit aus“, sagt der Stadtbrandmeister. Tatsächlich befänden sich die Arbeiten aber auf der Zielgeraden.

Die Estricharbeiter beendeten ihr Werk am Freitag. Alle anderen Gewerke arbeiten gut aufeinander angestimmt, so dass in den nächsten Wochen zunehmend mehr Räume im Gerätehaus bezugsfertig hergerichtet sein werden.

Auch im Außenbereich dürften dann die Fortschritte sichtbar werden. Dort, wo jetzt noch riesige Schlammpfützen sind, sollen die Zufahrt zur Fahrzeughalle und die Parkplätze für die Einsatzkräfte entstehen. „Ziel ist nach wie vor, dass diese Arbeiten zum Jahresende erledigt sind“, so der Stadtbrandmeister.

Voraussichtlich erst 2021 wird die Ampel an der Kreuzung Obertunk und Dammweg umgerüstet. Das ist nötig, damit die Feuerwehrleute, wenn sie im Privatauto zum Einsatz ins Gerätehaus eilen, gefahrlos auf den Parkplatz abbiegen können. Zudem wird den Feuerwehrautos, wenn sie ausrücken, durch die Rotschaltung der anderen Ampeln der Vorrang eingeräumt – und das möglichst so, dass sich auch im Berufsverkehr keine langen Staus bilden.

Wann der Umzug der Feuerwehr von der Bärwinkelstraße an den Obertunk stattfindet, kann Bürgermeister Frank Spilling (parteilos) noch nicht genau sagen. „Das hängt davon ab, ob die Arbeiten wirklich in der Terminplanung bleiben.“ Unwägbarkeiten gäbe es bei einem Bauprojekt in dieser Größenordnung – investiert werden sieben Millionen Euro – freilich immer. Bestes Beispiel dafür seien die Granatenfunde, die im Freigelände entdeckt wurden. Beim Parkplatzbau könnte es weitere Funde geben, die dann jeweils für eine Bauverzögerung sorgen.

Unter Eile im Einsatzfall weniger Gefahren

„Aber wir haben ja auch Zeitpuffer“, verweist Spilling darauf, dass die Möbelwagen noch nicht für einen bestimmten Tag zum Jahresende geordert wurden und dass erst am 5. Juni 2021 ein Tag der offenen Tür stattfinden soll, mit dem der Neubau feierlich übergeben wird.

Auf die lange Bank wollen die Kameraden den Umzug allerdings auch nicht schieben. Denn die Platznot im alten Gerätehaus wird immer größer. Auch Parkplätze sind rar, wenn die Feuerwehrleute zum Einsatz kommen.

Am Obertunk verbessern sich die Bedingungen deutlich. Nicht nur ausreichend Stellplätze gibt es. Die Feuerwehr kann auch 14 Fahrzeuge unterbringen. Zudem werden gleich mehrere Werkstätten eingerichtet, etwa um Technik und Atemschutz zu warten. Künftig können deutlich mehr dieser Arbeiten als bisher direkt im Gerätehaus durchgeführt werden, was perspektivisch auch Kosten spart.

Positiv für die Kameraden: Sie kommen künftig ebenerdig ins Gebäude. Bisher mussten sie Stufen überwinden, was insbesondere im Einsatzfall, wenn Eile geboten war, eine Unfallquelle war. Auch erhalten die Feuerwehrfrauen im Neubau einen großen Umkleide- und Sanitärbereich, der ihnen bislang fehlte.