Arnstadt bleibt Schwerpunkt in Sachen Kriminalität im Kreis

Arnstadt  Chef der Polizeiinspektion spricht im Stadtrat zur Sicherheitslage. Wahl des 1. Beigeordneten fällt allerdings aus

Sascha Zink ist Chef der Polizeiinspektion Arnstadt-Ilmenau und umreißt die Ziele: „Wir setzen auch weiterhin auf eine verstärkte Präsenz der Polizei und auf verstärkte Kontrollen.“

Sascha Zink ist Chef der Polizeiinspektion Arnstadt-Ilmenau und umreißt die Ziele: „Wir setzen auch weiterhin auf eine verstärkte Präsenz der Polizei und auf verstärkte Kontrollen.“

Foto: Hans-Peter Stadermann

Eigentlich wollten Arnstadts Stadträte am Donnerstagnachmittag unter anderem zur Wahl des 1. Beigeordneten schreiten – die Amtszeit von Ulrich Böttcher endet Anfang Oktober, doch dieser Tagesordnungspunkt wurde gleich zu Beginn der Ratssitzung von der Tagesordnung genommen. Bei der Zusammenkunft saß übrigens auch Frank Spilling im Publikum, der für die CDU und Pro Arnstadt gegen Amtsinhaber Alexander Dill (parteilos) die Stichwahl der Bürgermeisterwahl gewonnen hatte.

Ein wichtiges Thema war die Sicherheitslage in Arnstadt. Mit Sascha Zink stellte der Polizeichef der Inspektion Arnstadt-Ilmenau die Zahlen für das vergangene Jahr vor. Er machte deutlich, dass Arnstadt nach wie vor der Kriminalitätsschwerpunkt – auch im Vergleich zu Ilmenau – im Landkreis ist. Und er nannte Gründe dafür: Die gute Verkehrsanbindung ist Segen Fluch zugleich: Sie macht es Tätern leicht, zu den Objekten ihrer Begierde zu kommen und dann abzuhauen. In und um Arnstadt gibt es viele Objekte dieser Begierde – vor allem Gewerbe und Unternehmen. Außerdem liegt Arnstadt nahe an Erfurt, und damit auch nahe dem kriminellen Milieu der Landeshauptstadt. Zudem gebe es in Arnstadt eine relativ hohe Zahl an Mehrfach- und Intensivtätern und auch der Standort der Jugendstrafanstalt wirke sich aus – nicht wenige Insassen würden sich nach ihrer Entlassung hier niederlassen und nicht alle würden ein vorbildliches und straffreies Leben führen.

Zink setzt zum einen auf eine verstärkte Polizeipräsenz – zwei Streifenwagen sind in Arnstadt ständig unterwegs, es gab 280 Fußstreifen in der Stadt, die neue Ermittlungsgruppe „Intensiv“ (wir berichteten mehrfach) arbeite effektiv, die Besetzung der Außenstelle am Markt ist seit Jahresbeginn wieder durchgängig möglich, es gibt gemeinsame Streifen mit dem Ordnungsamt Arnstadt und verstärkte Fußstreifen im Schlossgarten.

Letzterer wurde in den vergangenen Jahren von der Bevölkerung als Kriminalitätsschwerpunktin der Stadt wahrgenommen. Dem ist aber nicht so. Laut Zink registrierte die Polizei dort im vergangenen Jahr zehn Sachbeschädigungen: mehrere Graffiti, Vandalismus an Jungbäumen, einen versuchten Einbruch in das Theater, einen Fahrraddiebstahl, einen Diebstahl einer Geldbörse, vier Drogendelikte und eine Nötigung.

Arnstadt liege mit 2814 polizeibekannten Delikten auch im vergangenen Jahr deutlich vor Ilmenau (1830). Mit weitem Abstand folgen dann im Ilm-Kreis das Amt Wachsenburg (305), die Verwaltungsgemeinschaft Oberes Geratal (240) und Stadtilm (204).

Im gesamten Ilm-Kreis ermittelte die Polizei letztes Jahr in 6444 Fällen, das sind über 1000 weniger als 2016. Der Anteil der von Flüchtlingen begannen Straftaten lag dabei bei 5,3 Prozent. „Mehr Kontrollen bringen aber auch mehr Fallzahlen mit sich“, sagte Zink und meinte damit vor allem den Bereich der Drogenkriminalität. Hier gab es in Arnstadt im letzten Jahr 257 Fälle. An erster Stelle der Delikte stehen nach wie vor die Diebstähle. Bei der Eigentumskriminalität haben in Arnstadt die Diebstähle aus Kellern, aus Autos, aus Firmen und die Ladendiebstähle abgenommen. Zugenommen haben hingegen solche aus Wohnungen, aus Hotels oder Gaststätten und aus Firmen. Auch Buntmetall und vor wurden öfters geklaut als noch im Jahr zuvor. Fahrräder wiederum verschwanden letztes Jahr weniger als noch in 2016.

Optimistisch stimmen Zink die Zahlen der ersten drei Monate des laufendes Jahres: weniger Delikte und eine höhere Aufklärungsquote lassen ihn hoffen, dass sich die Sicherheitslage verbessert. Zink machte auch deutlich, dass er nur mit dem Personal arbeiten könne, das ihm von den übergeordneten Dienststellen und letztlich auch vom Innenministerium zugeteilt werde und dass die Arnstädter Polizeistation räumlich zu 100 Prozent ausgelastet sei. Selbst wenn er also mehr Polizisten hätte, er könne sie dort nicht unterbringen.

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