Arnstadt: Heulende Motoren nerven Innenstadtbewohner

Arnstadt  Auf Bitten einer betroffenen Frau beschäftigen sich Mitglieder des Stadtrats mit der Verkehrslage in der Straße An der Weiße. Der neu eingerichtete Fußgängerüberweg hat hier längst nicht alle Probleme gelöst.

Anwohner der Straße An der Weiße beklagen, dass Autos in Höhe Töpfengasse oft lautstark Gas geben. Der Lärm nervt sie.

Anwohner der Straße An der Weiße beklagen, dass Autos in Höhe Töpfengasse oft lautstark Gas geben. Der Lärm nervt sie.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Beherzt über die Straße springen in der Hoffnung, sich nähernde Autofahrer treten auf die Bremse – das war jahrelang in der Turnvater-Jahn-Straße in Höhe des Einkaufsmarkts Alltag. Mit der Vergrößerung des Rewe-Marktes und dem Einzug weiterer Geschäfte im gegenüberliegenden Neubau musste allerdings eine schnelle Lösung her, um die Verkehrssituation zu entspannen.

Vor wenigen Wochen wurde ein Fußgängerüberweg in Betrieb genommen. Seither ist das Queren der Straße nicht mehr ganz so riskant.

Probleme gibt es im Bereich Turnvater-Jahn-Straße und An der Weiße aber weiterhin, schrieb nun eine Anwohnerin an die Stadtverwaltung. Der Verkehrslärm sei immens, weil Autos, sobald sie um die Kurve gefahren seien, Gas gäben und den Motor aufheulen ließen. Mitunter seien sie auch deutlich zu schnell unterwegs.

Briefschreiberin wird eingeladen

Normalerweise werden solche Bürgeranfragen schriftlich beantwortet, erklärte Bürgermeister Frank Spilling (parteilos) im Hauptausschuss, der am Donnerstagabend tagte. Die Anwohnerin hatte allerdings explizit darum gebeten, dass sich die Stadträte des Themas annehmen. Daher wurde ihr Schreiben zunächst im Hauptausschuss besprochen und soll in Kürze auch im Ausschuss für Rechnungsprüfung, Bürgerfragen und Ordnungsangelegenheiten behandelt werden. Die Briefschreiberin soll dazu auch eingeladen werden.

Ordnungsamtschef Norbert Wulf macht der Betroffenen – und mit ihr den vielen anderen Anwohnern der beiden Straßen – allerdings keine Hoffnung auf eine schnelle Lösung des Problems. Zwar möchte die Stadt selbst stationäre Blitzer betreiben und habe dies auch bei der Landespolizeidirektion in Erfurt beantragt. Eine Entscheidung wurde der Stadt indes noch nicht mitgeteilt. Bis es soweit ist, müsste also die örtliche Polizei Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Doch das sei nicht so regelmäßig möglich, wie es nötig sei, um Raser dauerhaft zu bremsen.

Appelle an das Autofahrergewissen

„Man kann nur an das Gewissen der Autofahrer appellieren“, so Wulf. Wie wirksam das sei, wisse aber jeder aus eigener Erfahrung. Zufriedenstellend sei diese Auskunft freilich nicht. „Es gehört aber zur Ehrlichkeit gegenüber dem Bürger dazu, dass wir ihm keine falschen Hoffnungen machen.“

Der Bereich Turnvater-Jahn-Straße und An der Weiße bleibt allerdings im Fokus der Stadtväter. Der neue Überweg nämlich endet direkt vor einer Rabatte. Hier wäre ein direkter Überweg zum Rewe-Parkplatz wünschenswert. Auch wäre es schön, wenn die Rabatten am Übergang zum Bustreff gepflegter wären, benannte Christian Hühn (SPD) zwei Themen, die mit dem privaten Eigentümer besprochen werden müssten.

Perspektivisch soll zudem die Verkehrsfläche in diesem Bereich komplett anders gestaltet werden, so dass die Autos generell langsamer und damit auch leiser rollen. Hierfür sind allerdings erst die Vorplanungen angelaufen, die bauliche Umgestaltung dauert noch einige Zeit.

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