Restauratorin in Arnstadt widmet sich alten Schätzen

Arnstadt  Sintja Bitter hat seit 2018 in Arnstadt ein eigenes Atelier und beteiligt sich mit einem Tag der offenen Tür am europäischen Tag der Restaurierung.

Die Restauratorin Sintja Bitter in ihrem Arnstädter Atelier.

Die Restauratorin Sintja Bitter in ihrem Arnstädter Atelier.

Foto: Hans-Peter Stadermann

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Pinzetten und Pinsel, Wattestäbchen und Skalpell liegen stets griffbereit. Daneben steht eine Flasche Lösungsmittel und im Regal ein Mikroskop. Wenn Sintja Bitter Kindern ihre Arbeit erklärt, dann als „Ärztin für die Kunst“. Ein sehr passender Vergleich.

Die junge Restauratotin untersucht ihre „Patienten“, erstellt eine Diagnose und einen Behandlungsplan. Dabei wird alles genauestens dokumentiert. Was im Einzelnen zu ihrer Arbeit gehört, davon möchte sie am Sonntag zum zweiten europäischen Tag der Restaurierung den Besuchern erzählen.

Im Moment liegt vor ihr der Deckel für ein Taufbecken aus Schulpforte in Sachsen-Anhalt. Sie hat mehrere Objekte aus dem ehemaligen Kloster und heutigen Schulgelände erhalten, so auch Kreuze vom Friedhof sowie Zinngussfiguren, die für ein neues Museum in Schulpforte bestimmt sind. Sie werden am Ende nicht wieder „wie neu“ sein, es geht vielmehr darum, das Vorhandene, das Original, zu bewahren, so Sintja Bitter.

Studium in München und in Erfurt absolviert

Die 31-Jährige stammt aus dem Kölner Raum und begann 2009 an der Technischen Universität München Konservierung, Restaurierung und Kunsttechnologie zu studieren. Ab 2014 setzte sie die Ausbildung an der Fachhochschule Erfurt fort. Die Masterarbeit schrieb sie in Gotha in der Stiftung Schloss Friedenstein. Seit fünf Jahren wohnt die junge Familie mit achtjährigen Zwillings-Söhnen in Arnstadt. „Die Stadt hat uns auf Anhieb gefallen“, sagt Sintja Bitter, die sich im Februar 2018 selbstständig machte. Wobei aller Anfang schwer ist, weshalb sie noch einen Nebenjob hat.

Doch inzwischen würden die Aufträge mehr, freut sich Sintja Bitter, deren erste Werkstatt sich in den Ateliers am Teich befand. Als dort die Kündigung durch das Landratsamt kam, schaute sie sich nach Alternativen um und wurde in einem hellen Bürohaus im Elxlebener Weg 10 fündig.

Neben Objekten für Museen kümmert sich die Restauratorin auch um Dinge, die Leute auf dem Flohmarkt finden oder die seit Jahren im Wohnzimmer stehen und einer Auffrischung bedürfen. „Alles, was Ihnen am Herzen liegt, ist es Wert, erhalten zu werden“, steht auf einem Flyer von Sintja Bitter und ihrem Mann David, der ebenfalls Restaurator ist und in Weimar arbeitet. Während sie ein Faible für Gemälde, Skulpturen und kunsthandwerkliche Objekte hat, widmet er sich Gegenständen aus Metall, Münzen und archäologischem Kunstgut. Der europäische Tag der Restaurierung findet 2019 zum zweiten Mal statt und wird über den Berufsverband organisiert.

Tag der offenen Tür bei Restaurierung Bitter, Elxlebener Weg 10, Arnstadt, am 13.Oktober vom 10 bis 12 sowie 14 bis 18 Uhr

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