Arnstadt: Peter Unger ist 60 Jahre alt

Arnstadt  Der Arnstädter Geschichtsexperte Peter Unger ist 60 Jahre alt, feiert und arbeitet beim Sommerfest in der Neideckruine

Peter Unger weiß unglaublich viel über die Arnstädter Geschichte und kann es auch diesen Besuchern ausgesprochen spannend erzählen.

Foto: Berit Richter

„Normalerweise feiere ich ja mit weniger Leuten. Was für eine Überraschung“, strahlt Peter Unger, Vorsitzender des Thüringer Geschichtsvereins Arnstadt. Gerade hat ihm sein Vorstand mit einem großen Blumenstrauß gratuliert. Ganz offiziell, vor allen Besuchern des Sommerfestes in der Schlossruine Neideck. Denn kurz vor diesem feierte Peter Unger seinen 60. Geburtstag.

Mit Hut und voller Lebensfreude und noch mehr historischem Wissen führt er nun an diesem Samstagnachmittag die Besucher durch die Unterwelt der Schlossruine.

15 Gewölbekeller gab es einst unter den mächtigen Mauern des Schlosses, erzählt der Geschichtsexperte. „Sie dienten vor allem als Küchenkeller, zur Lagerung von Lebensmitteln, Bier und Wein“, so Peter Unger. Erhalten geblieben sind die Nummern eins bis vier sowie Keller Nummer acht.

Ob Teile der Gewölbe noch von der bereits 1273 erwähnten Hersfelder Burg, auf deren Grundmauern zwischen 1553 und 1560 durch Graf Günther XLI. von Schwarzburg das Wasserschloss errichtet wurde, stammen, ist zwar nicht belegt, laut Peter Unger „aber möglich“. Im am bester erhaltenen Keller, der Nummer fünf, wird heute gern gefeiert.

„Im zweiten Weltkrieg diente das Gewölbe als Luftschutzkeller“, erzählt Peter Unger.

Im angrenzenden Gewölbe wurde ein Ziegelschacht als Fluchtweg steil nach oben gemauert. Dieser Gebäudeteil erwies sich später als zu instabil. Er konnte im Zuge der Freilegungen des Geländes nicht gehalten werden.

Buch mit Bildstock des Riesenlöffels

Nur noch die Gewölbehaube sei erhalten gewesen, erklärt Unger. Heute erinnert noch ein Pfeiler an dieses Gewölbe. Im bestens erhaltenen Nachbarkeller aber finden regelmäßig Veranstaltungen statt. „Ich denke, da haben wir etwas Gutes geschaffen“, sagt Peter Unger.

Als gute Idee erweist sich auch das Sommerfest des Geschichtsvereins, das zum zweiten Mal stattfand. Vor einem Jahr hatte man es als Alternative zum Walpurgisfest am 1. Mai eingeführt. „Das ist logistisch einfach nicht mehr zu stemmen“, erklärt Claus Carl Jakob. „Außerdem waren wir da sehr wetterabhängig. Bei Regen kam keiner. Bei Waldbrandgefahr konnten wir nicht grillen.“

In der Neideckruine fand der Verein beste Bedingungen. Das honorieren auch die Besucher. „Bei 170 haben wir zu zählen aufgehört“, sagt Jakob. „Aber es kamen dann noch welche. Knapp 180 Gäste waren es bestimmt.“ Und damit dreimal so viele, wie im Vorjahr.

Sie lauschen der Musik des „faBRI Trios“ mit Jazz, Pop, Blues und Soul aus Ilmenau, lassen sich die Bratwürste und den selbstgebackenen Kuchen schmecken oder blättern in den zahlreichen Publikationen des Vereins.

Die neuste kommt Ende dieser Woche in den Buchladen. Aus Anlass seiner Wiederaufstellung vor 25 Jahren hat Peter Unger den mittelalterlichen Bildstock des Riesenlöffels in den Mittelpunkt gerückt.

„Ein dickes Dankeschön an all die Helferinnen und Helfer und besonders an die zwei Helferinnen vom Neideckverein“, betont Claus Carl Jakob. „Es war ein sehr, sehr schöner Nachmittag.“ Fortsetzung im nächsten Jahr fest eingeplant.

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