Ausstellung in Arnstadt thematisiert 30 Jahre Mauerfall

Arnstadt  Tafeln im Arnstädter Rathaus berichten von Opfern der DDR-Diktatur. Eröffnung vor dem Tag des Mauerbaus

Die Ausstellung „Mauern, Gitter, Stacheldraht – Politisch Verfolgte in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR“ wurde am Montag im Rathaus  eröffnet. Zeitzeuge Alexander Bauersfeld (im Bild) sprach über die Ausstellung.

Die Ausstellung „Mauern, Gitter, Stacheldraht – Politisch Verfolgte in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR“ wurde am Montag im Rathaus  eröffnet. Zeitzeuge Alexander Bauersfeld (im Bild) sprach über die Ausstellung.

Foto: Hans-Peter Stadermann

„Die Aufarbeitung ist steckengeblieben“, bringt Alexander Bauersfeld, DDR-Regimekritiker und selbst einer von rund 200.000 politischen Gefangenen der DDR-Diktatur, sein Anliegen auf den Punkt. Und so lange die Linke im Thüringer Landtag zur Hälfte aus ehemaligen SED-Mitgliedern bestünde, so lange die rot-rot-grüne Regierung einer Aufarbeitung entgegenstehe, so lange noch heute Straßennamen nach ehemaligen Parteifunktionären benannt seien und so lange der Geschichtsunterricht in der Schule mit dem Jahr 45 ende – so lange hat es eine Lobby der Opfer der Verbrechen des SED-Regimes schwer, findet er.

In der von Gerhard Finn geschaffenen, ebenfalls Opfer der DDR-Diktatur, und nach dessen Tod von Bauersfeld weitergeführten Ausstellung berichten auf 17 Plakaten Menschen über ihre erlittenen Repressionen in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR von 1945 bis 1990. Am Montag wurde sie im Arnstädter Rathaus eröffnet.

„Die Vergangenheit nicht zu erkennen, kann die Zukunft kosten“, sagt Bauersfeld in seiner Eröffnungsrede und verweist auf Kuba, China oder Nordkorea. Die Freiheit zu erhalten, das ist lebensnotwendig, ebenso das Grundgesetz. „Ich verteufel die -ismen“, sagt er später und meint Kommunismus, Nationalsozialismus, Islamismus und andere autoritäre Systeme. Die Ausstellung selbst sei ein „Beitrag zur Stärkung der Demokratie. Die Vielfalt der Meinung macht unsere Zeit aus“, sagt Matthias Katze, Vorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) des Landesverbandes Thüringen und Mitglied der AfD Mittelthüringen in seiner kurzen Begrüßung.

Ins Rathaus gebracht hat die Ausstellung Erika Korn, VOS-Vorsitzende der Ortsgruppe Arnstadt Gotha. Das Datum der Eröffnung sei nicht umsonst der 12. August, also ein Tag vor dem Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 1961, und im Jubiläumsjahr des Mauerfalls, sagt sie.

Ausstellung bis 29. August im Arnstädter Rathaus

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