Bach wird Arnstadts Zugpferd

Arnstadt.  Stadt überarbeitet ihre Tourismusstrategie, um im härter werdenden Wettbewerb bestehen zu können.

Johann Sebastian Bach hat auf dem Arnstädter Markt das Rathaus fest im Blick. Er soll der Hauptwerbeträger für Tourismus werden.

Johann Sebastian Bach hat auf dem Arnstädter Markt das Rathaus fest im Blick. Er soll der Hauptwerbeträger für Tourismus werden.

Foto: Marco Kneise

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Wie wirbt Arnstadt künftig um Touristen? Gut zwei Jahre ist es her, dass diese Frage erstmals im Stadtrat diskutiert wurde. Damals stellte die Thüringer Tourismus Gesellschaft (TTG) im Freistaat ihre neue Strategie vor. Sie sieht eine Konzentration auf Kernbotschaften vor. Kommunen, für die die TTG auf Messen und im Internet weiterhin werben soll, müssen ihr Vermarktungskonzept zwangsläufig an die Thüringer Neuausrichtung anpassen.

Auch Arnstadt hat sich auf den Weg gemacht. Der Stadtrat beauftragte mit dem „Projekt 2508“ eine Bonner Agentur, eine neue Tourismusstrategie für die Bachstadt zu entwickelt. „Sie sind auf Kulturtourismus spezialisiert“, erklärt Sebastian Keßler, der Tourismusbeauftragte der Stadt.

Die Agentur führte zunächst Workshops mit touristischen Anbietern durch. Schnell wurde klar: Arnstadt hat viel zu bieten. „Immer wieder Bach, aber auch Literaten, Brunnen, Kirchen, Natur“, beschreibt Keßler. Arnstadt ist der älteste Ort Thüringens und das Tor zum Thüringer Wald. Doch mit all diesen Attributen könne man nicht für die Stadt werben. Schon gar nicht überregional oder gar international. „Wir müssen uns auf einen Markenkern konzentrieren.“

Die Entscheidung fiel schnell: Künftig wird hauptsächlich für die Bachstadt Arnstadt geworben. Den Künstler und sein Lebensumfeld kann man in Arnstadt kulturell, etwa durch Denkmäler, Ausstellungen und Musik, erleben. Aber auch Aktivurlaub ist unter diesem Motto möglich. Die Stadt kann zudem Gruppenangebote stricken, etwa zum Bach-Festival, den Bachwochen oder zum Orgelsommer.

Analysiert wurden auch Schwächen. So taugt die Internetseite der Stadt nicht zur Werbung von Touristen, die Broschüren könnten überarbeitet, Öffnungszeiten von Museen erweitert, mehr Stadtführungen angeboten werden.

Darauf soll nun Schritt für Schritt reagiert werden. Unter anderem soll parallel zur städtischen Homepage eine touristische Arnstadt-Homepage entstehen, die eng mit der TTG-Seite verknüpft ist. Dadurch fällt es Touristen leichter, hiesige Angebote zu finden.

Allein käme Arnstadt in Sachen Tourismusmarketing ohnehin nicht weit, macht Jörg Neumann, der Werkleiter des Kulturbetriebs, deutlich. „Wir brauchen Partner, mit denen wir uns vernetzen.“ Die TTG werbe für Arnstadt ebenso mit wie wie der Tourismusverband Thüringer Wald und andere, größere Organisationen, die auf nationalen und internationalen Messen vertreten sind. Auch hier ist ein aufeinander abgestimmtes Marketing wichtig, verdeutlicht Neumann, warum eine touristische Neuausrichtung der Stadt unumgänglich ist.

Im Werkausschuss für den Kulturbetrieb stieß das neue Konzept auf offene Ohren. Bis Frühjahr 2020 erarbeitet nun die Agentur ein Strategiepapier, dass dann in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. „Das ist ein Prozess“, verdeutlicht Neumann. Und: Auf Bach als Hauptzugpferd zu setzen, heiße nicht, anderes künftig zu verschweigen. „Wer nach Arnstadt kommt, erfährt vor Ort natürlich auch etwas über die Marlitt oder den Thüringer Wald.“

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