Bilder in Holzhausen: Zwischen Heimat und Fremde

Berit Richter
| Lesedauer: 3 Minuten
Bis zum 23. Oktober stellt der Maler und Grafiker Rolf Huber seine Arbeiten im Otto-Knöpfer-Haus in Holzhausen aus.

Bis zum 23. Oktober stellt der Maler und Grafiker Rolf Huber seine Arbeiten im Otto-Knöpfer-Haus in Holzhausen aus.

Foto: Berit Richter

Holzhausen.  Maler und Grafiker Rolf Huber stellt seine Arbeiten im Otto-Knöpfer-Haus in Holzhausen aus

Die vertraute Silhouette des Drei-Gleichen-Gebietes und exotische Strände – in diesem Spannungsfeld bewegt sich die jüngste Sonderausstellung im Otto-Knöpfer-Haus. Die Berührungspunkte, die Künstler Rolf Huber dabei mit Otto Knöpfer hat, sind vielfältig. „Wenn man hier angefangen hat, ernsthaft zu malen, landete man zwangsläufig bei Otto Knöpfer“, weiß Huber zu berichten. Und auch, dass Knöpfer ihm irgendwann ein bisschen zu gutmütig, zu nachsichtig wurde. „Wenn du mich nicht kritisierst, gehe ich“, habe er damals gesagt. Denn nur so könne sich ein Künstler ja weiterentwickeln.

Längst hat Rolf Huber seinen ganz eigenen Stil gefunden, das zeigt auch seine jüngste Ausstellung. Geboren wurde er 1940 in Magdeburg, aufgewachsen ist er ab 1943 in Arnstadt, wo sich auch rasch sein künstlerisches Talent zeigte. Gelernt hat er zunächst Off-Set-Drucker, ehe er Kunstpädagogik studierte. Bis 1979 arbeitete Rolf Huber 14 Jahre als Kunstlehrer in Arnstadt. Neben Otto Knöpfer prägte in dieser Zeit auch Otto Paetz seine künstlerische Entwicklung.

Seit 1979 arbeitete Rolf Huber dann als Dozent für Malerei und Grafik an der Pädagogischen Hochschule Erfurt und leitete die Werkstatt für Lithografie und Tiefdruck. 1987 bis 89 studierte er an der Kunsthochschule Dresden bei Johannes Heisig, einem der bedeutendsten deutschen Maler der Gegenwart. Danach kehrte Rolf Huber bis zu seinem Ruhestand 2004 an die Hochschule zurück. „Das schöne an meinem Beruf war, ich hatte täglich mit jungen Menschen zu tun“, erklärt er. Sein Wissen und Können gab er zudem 27 Jahre lang in unzähligen Kursen an der Volkshochschule Arnstadt-Ilmenau weiter, organisierte Plenair-Reisen, wirkte an den Kleinbreitenbacher Kunstsymposien mit und bestritt zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Er selbst hat sein Atelier mittlerweile in Bösleben aufgeschlagen.

Auf den Reisen vor allem nach Südeuropa holte sich Rolf Huber die Inspiration für seine Bilder, ebenso wie in der Heimat. Zudem gehört das Drucken vom Stein zu seiner großen Leidenschaft. Wie das funktioniert, zeigt in der Ausstellung ein Film. Rein technisch sei es vor allem Chemie, sagt er. Nämlich die Reaktionen von Fett und Wasser. Rein künstlerisch liebt er die Abwechselung. Mal drucke er mehr, mal male er mehr, vor allem Öl und Aquarell weniger Acryl, denn „ich bin ein bisschen süchtig nach den Gerüchen der Verbindungsmittel“. Die Ausstellung im Knöpfer-Haus setzt den Schwerpunkt auf das Thema Landschaft. „Der untere Teil ist eine Referenz nicht nur an die Wachsenburg und die zwei anderen Burgen, sondern an die Region. Der obere Teil beschäftigt sich mit Bildern, die alle mit Wasser zu tun haben. Wir leben in einer trockenen Gegend. Mich zieht es irgendwie immer ans Wasser“, sagt Rolf Huber.

Im Plenair mache er Skizzen, die er dann Zuhause irgendwann wieder ansehe und in Bilder umsetze. „Ich bin dann froh, dass ich nicht mehr vor Ort bin, denn vor Ort sein heißt, es ist immer eine Verlockung da, fotografisch genau zu sein, das will ich aber nicht. Ich will Dinge zeigen, die typisch für eine Landschaft sind.“

Die Ausstellung kann bis zum 23. Oktober sonntags von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden. Gruppenbesuche können unter otto.knoepfer-freundeskreis@gmx.de vereinbart werden.