Böhlens Bürgermeister kritisiert Komet-Projekt

Böhlen  Ortschef Peter Grimm möchte greifbare Ergebnisse, Papier sei wirklich ausreichend beschrieben. VG-Vorsitzender Andreas Beyersdorf fordert die Gesamtschule Großbreitenbach zur Mitarbeit auf.

Thomas Scheller (4. von links) bezog sich auf die bundesweiten Forderungen zum digitalen Netzausbau mit Minimum-Marke 30 Megabit für alle Nutzer.

Thomas Scheller (4. von links) bezog sich auf die bundesweiten Forderungen zum digitalen Netzausbau mit Minimum-Marke 30 Megabit für alle Nutzer.

Foto: Karl-Heinz Veit

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Im Böhlener Gasthaus „Zum Löwen“ tagte am Dienstag die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Großbreitenbach. VG-Vorsitzender Andreas Beyersdorf (CDU) hatte als Vortragsgäste Thomas Scheller, im Landratsamt zuständig für digitalen Netzausbau, und den in Großbreitenbach tätigen Koordinator des „Komet-Projektes“, Lukas Weiß, eingeladen.

Scheller bezog sich in seinem Vortrag auf die bundesweit gültigen Forderungen zum digitalen Netzausbau mit der Minimum-Marke 30 Megabit für alle Nutzer, also gleichermaßen für Haushalte, Unternehmen und Institutionen. Für die Großbreitenbacher Schule zum Beispiel muss für die funktionierende Unterrichtsversorgung eine Netzkapazität von 100 MBit vorgehalten werden.

Netzausbau anpassen an bundesweite Standards

In Gebieten, wo 30 MBit nicht erreicht werden, sind in diesem Jahr die Verhältnisse an die Vorgaben anzupassen. Das trifft für die Orte Altenfeld, Wildenspring und halb Böhlen zu. Auf welche Weise die Vernetzung erfolgt – über Glasfaserkabel, Satellit oder Funk – bleibt Ausbaufirmen überlassen. So schnell wie möglich müssen dem Landkreis Adressen der unterversorgten Nutzer gemeldet werden, weil nur so die Umsetzung und auch die Überwachung des Breitbandausbaus realisiert werden könnten, hieß es.

Nach Erläuterungen zum „Komet-Projekt“ zur Stärkung des ländlichen Raumes durch Koordinator Lukas Weiß, nach Beratungen, Bürgerwerkstätten und Bürgermeisterrunden, bei denen reichlich Papier beschrieben und Prioritätenlisten erarbeitet wurden, meldete sich Bürgermeister Peter Grimm (SPD) mit kritischen Bemerkungen. Er forderte nicht zum ersten Mal eine Effektivierung des „Komet-Projektes“ – es müssten endlich Taten folgen. Es gebe mittlerweile genug Studien, aber nichts Greifbares. Grimm möchte nicht, dass neben Kosten von etwa 50 000 Euro für Projekterarbeitung von den noch zur Verfügung stehenden 60 000 Euro die Hälfte für die „Papier-Produktion“ ausgegeben wird.

Beyersdorf beklagte, dass es beim Mitdenken und Mittun im „Arbeitskreiskreis Bildung“, wo es um die gemeinsame Verantwortung von Kommune, Bildungsträgern und Betrieben zur Ausbildung Jugendlicher geht, kein Interesse der Gesamtschule Großbreitenbach gebe. Bei einer Beratung mit und im Großbreitenbacher Bildungswerk war kein Schulvertreter zugegen, konstatierte Beyersdorf. Die Beteiligung der Gesamtschule in der Arbeitsgruppe sei aber unverzichtbar. Deshalb erwarte er von der Schulleitung eine aktive Beteiligung.

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