Buch zum Wunder von Leipzig in Ilmenau vorgestellt

Ilmenau  Martin Jankowski hatte den 9. Oktober 1989 in der Messestadt in der Nikolaikirche und auf den Straßen erlebt. Erinnerungen mündeten in Sachbuch, das er in Ilmenau vorstellte.

Martin Jankowski war Zeitzeuge der ersten großen Demonstration in Leipzig am 9. Oktober 1989, die eine Initialzündung für das ganze Land war. 

Martin Jankowski war Zeitzeuge der ersten großen Demonstration in Leipzig am 9. Oktober 1989, die eine Initialzündung für das ganze Land war. 

Foto: André Heß

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Für Martin Jankowski ist nicht der 9. November 1989 mit der Maueröffnung der Tag, der Deutschland verändert hat, sondern der 9. Oktober. Ihn erlebte er als Aktivist der Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche und später beim Marsch der „über 100.000 Menschen“ durch die Messe-Stadt mit. Darüber hat er 2007 ein Sachbuch geschrieben, das er am Dienstag im katholischen Gemeindehaus vor etwa 20 Leuten vorstellte. Mit diesem und einem Roman über diese Aufbruch- und Umbruch-Zeit tourt er demnächst auch zum 4. Mal durch die Universitäten der USA.

Jankowski, 1965 geboren, schildert in seinem Buch „die Chronik eines Volksaufstandes“, der schon am Morgen mit Anweisungen der SED-Genossen begonnen habe, mit dem Ziel, die sich an diesem Tag anbahnende „Konterrevolution“ wenn nötig auch mit Gewalt niederzuschlagen. Ärzte in Krankenhäusern sollten sich auf Patienten mit Schlag- und Schussverletzungen einstellen, Volkspolizei, Bereitschaftspolizei, Kampfgruppen und Armee sich kampfbereit machen. Die Nikolaikirche wurde zum Friedensgebet an diesem Montag um 17 Uhr von SED-Leuten besetzt, damit wenige andere dort noch Platz finden sollten. Dass man am Tag danach vom Beginn einer friedlichen Revolution sprechen konnte, dass Leipzig später zur Heldenstadt wurde, dass von hier der politische Urknall ausging, wie Jankowski sich ausdrückte, habe auch damit zu tun gehabt, dass die Kräfte des Staates gegen die Demonstranten auf der Straße hoffnungslos in der Unterzahl waren und auch nicht zum Äußersten gegriffen haben.

Für Jankowski ist der 9. Oktober 1989 die Erfüllung des 17.Juni 1953 gewesen, als damals noch der Volksaufstand im ganzen Land von den Herrschenden blutig niedergeschlagen worden ist.

Mit „dem Wunder von Leipzig“, dem Mut der kleinen Leute, habe sich auch in Ilmenau und Arnstadt eine Bewegung in Gang gesetzt, die Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit und Reisefreiheit erkämpft hat.

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