Bürgerinitiative Elgersburg gibt nicht auf

Ilm-Kreis  Schäden durch den Umleitungsverkehr solle Land oder Bund zahlen. Landtagsabgeordnete sind für Änderung des Straßengesetzes.

Erhöhtes Lkw-Aufkommen herrscht im Geratal, wenn die Brücken der A 71 gesperrt sind.

Erhöhtes Lkw-Aufkommen herrscht im Geratal, wenn die Brücken der A 71 gesperrt sind.

Foto: Ralf Ehrlich

Wenn die Autobahnbrücken der A 71 im Ilm-Kreis – die Reichenbachtalbrücke und die Brücken über die Wilde und die Zahme Gera – gesperrt werden, weil es zu windig ist, Unfälle passiert sind oder Reparaturen im Gange sind, quält sich der Schwerlastverkehr durch die kleinen Orte rund um die Autobahn. Bisher kämpfte die Bürgerinitiative (BI) Elgersburg gegen den Umleitungsverkehr vergebens. Immer wieder lud sie Politiker zu ihren Versammlungen ein, nur wenige kamen.

Das war am Donnerstagabend anders, vertreten waren Linke, CDU, SPD und FDP, wenn auch nicht die von BI-Vorsitzenden Hartmut Langenhan eingeladenen Landtagsfraktionsvorsitzenden. Auch wenn die Straßenausbaubeiträge seit 12. September durch das Land rückwirkend zum 1. Januar abgeschafft worden sind, ginge es der Bürgerinitiative immer noch um die Bezahlung der Schäden, die durch den Umleitungsverkehr in der Bahnhofstraße, Ilmenauer Straße und Hauptstraße entstanden sind.

Die ehemalige Bundesstraße 88 wurde zur Gemeindestraße abgewidmet, damit habe Elgersburg für diese Schäden aufzukommen. Ein Gespräch jüngst bei Verkehrsministerin Birgit Keller (Linke) habe keine Wende gebracht, sagte Bürgermeister Mario Augner (CDU). Sie habe der Delegation zu verstehen gegeben, dass der Umleitungsverkehr und seine Folgen ein hinnehmbares Übel seien, das sie ertragen müssten. Man habe zwar bei einer Komplettsanierung der Straßen Mittel zugesagt, aber eine Sofortmaßnahme nicht in Aussicht gestellt. Landtagsabgeordneter Frank Kuschel (Linke) stellte 19 Stunden Umleitungsverkehr in diesem Jahr durch die Geratal-Dörfer wegen der gesperrten A 71 fest. Eine von der Gemeinde Elgersburg geforderte Pauschale des Landes als Ausgleich für die Belastungen durch den Schwerlastverkehr habe der Gemeinde- und Städtebund abgelehnt. Zwar habe das Straßenbauamt mit der Gemeinde inzwischen den Straßenzustand dokumentiert, doch es gäbe seither Streit über die Verursacher.

Die Landtagsabgeordneten Eleonore Mühlbauer (SPD) und Andreas Bühl (CDU) forderten eine Änderung des Straßengesetzes hinsichtlich der Beurteilung bei der Umstufung von Straßen. Das könne man allein nicht nur von den Verkehrsströmen abhängig machen. Als Beispiel nannte er die Abstufung der Straße zwischen Altenfeld und Großbreitenbach, die ein Zubringer für Rettungsfahrzeuge an die Rettungsplätze des ICE-Tunnels ist. Für den Winterdienst dort seien jetzt die Kommunen verantwortlich.

Als Bürgerinitiative sei man nicht gegen den Umleitungsverkehr, stellte Langenhan dar. Denn die Fahrt durch Elgersburg wäre sinnvoller, als die in Richtung Süden vom Land ausgewiesene Umleitung durch Ilmenau und via Schmiedefeld und Schleusingen zur Autobahn. „ Das sind über 40 statt der über vier Kilometer Umleitung über uns, das ist ökologischer Unsinn, erst recht im Winter“, sagte Langenhan. Zudem würden die Navis immer die kürzeste und schnellste Route suchen.

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