Chefin vom Riechheimer Berg ist auf dem Absprung

Riechheimer Berg.  Diana Machalett, die bisherige Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg, wird zum 1. Dezember 1. Beigeordnete in Arnstadt.

Diana Machalett verlässt nach 12 Jahren als Chefin die Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg und wird 1. Beigeordnete in Arnstadt.

Diana Machalett verlässt nach 12 Jahren als Chefin die Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg und wird 1. Beigeordnete in Arnstadt.

Foto: Robert Schmidt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Man kann fast schon sagen, dass am 1. Dezember eine Ära endet. Denn an diesem Tag wechselt Diana Machalett als bisherige Chefin der Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg nach Arnstadt, dort wurde sie vom Stadtrat kürzlich zur hauptamtlichen 1. Beigeordneten gewählt (wir berichteten).

Machalett, Mutter zweier Kinder und – so ihre eigenen Worte – „seit 24 Jahren in schlampernden Verhältnissen“ lebend, also in einer Lebensgemeinschaft – war seit März 2007 VG-Chefin. Ihre Antwort auf die Frage, wie diese Zeit war, fällt kurz und knapp aus: „Schön.“ Sie habe eigentlich jeden Tag genossen, auch wenn es Zeiten gab, in denen es mal problematisch wurde. Spontan fallen ihr da zwei Sachen ein. Zum einen die leidige Problematik rund um die Erlebnisscheune in Kirchheim – ein beliebter Treffpunkt von Rechten jeglicher Couleur, deshalb war Kirchheim auch öfters quasi im Ausnahmezustand. „Das war zeitfressend, nervenaufreibend und hat oft auch alles andere und eigentlich Wichtigere in der alltäglichen Arbeit überlagert und das immer wieder und über Jahre hinweg“. Und dann gab es ja noch die Gebietsreform und der Weggang von Kirchheim und Rockhausen, die zum Amt Wachsenburg wechselten. Das war für alle Beteiligten vor allem in den letzten Jahren mit einem unheimlichen Arbeitsaufwand verbunden und nicht immer ganz einfach – Stellungnahmen, Positionspapiere und Konzepte über das „Wie nun weiter?“ füllen ganze Aktenordner.

„Das besondere hier war die kleine Truppe in der Verwaltung, wir hatten ein tolles Verhältnis. Was haben wir manchmal gelacht“, sagt Machalett. Mit den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden – in den letzten Jahren alles Männer – kam sie größtenteils gut klar. „Bei den Sachthemen hatten wir einen guten Draht, zwar nicht in jedem fall, aber sehr oft und immerhin.“ Apropos Lachen, an einen Termin erinnert sich Machalett noch genau: dem 1. April 2008. Da ging es mit dem Munitionsfunden an der Kaiserwiese bei Bechstedt-Wagd los. Alle waren dort, „dann hat es dort ordentlich Rumms gemacht. Und als wir wieder hier waren, hat dann eine Mitarbeiterin aus dem Bauamt mich angerufen und so getan, als sei sie eine besorgte Mutter, deren Sohn noch dort im Wald ist.“ Nach dem ersten Schreck kam das „April, April“ und die große Heiterkeit im ganzen Amt.

Machalett hinterlässt eine gut aufgestellte wenn auch kleine VG. „Sicherlich muss man schauen, dass man weiter zusammenbleibt und sich nicht auseinanderdividieren lässt.“ Wichtig dabei: „Zum Glück können die sieben Bürgermeister gut miteinander“, sagt sie.

Klaus Kolodziej (CDU), der Bürgermeister von Osthausen-Wülfershausen, bescheinigt Machalett „eine hervorragende Arbeit“, vor allem auch, weil sie sich ja gleichzeitig als Vertretung der Kämmerin mit um die Haushalte der Gemeinden gekümmert hat. Sein Amtskollege aus Bösleben-Wüllersleben, Matthias Wacker von der Wählergemeinschaft des Bauernverbandes, formuliert es drastischer: „Das ist Mist. Eigentlich wollten wir ja alle gemeinsam mit ihr für die sieben Gemeinden etwas Neues auf die Beine stellen. Und nun geht sie.“ Trotzdem: „Sie hat eine gute Arbeit geleistet, keine Frage.“ Und Klaus Böhm (CDU), der Ortschef von Elxleben, meint: „Das ist sehr schade. Eine kompetentere Chefin werden wir wohl so schnell nicht wieder finden.“

Des einen Freude – in diesem Fall die von Arnstadt – ist des anderen Leid: Nun müssen sich die sieben Bürgermeister Gedanken machen, wer ihre Nachfolge antritt. Das läuft mit einer öffentlichen Stellenausschreibung, es wird also sicherlich bis ins nächste Jahr hinein dauern, ehe es einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin gibt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren