Guten Morgen, Ilm-Kreis!

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Robert Schmidt
TA-Redakteur Robert Schmidt.

TA-Redakteur Robert Schmidt.

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Robert Schmidt über die Sehnsucht nach Festen

Die Horrormeldung – jedenfalls für nicht wenige Zeitgenossen – kam letzte Woche. Auch das diesjährige Münchener Oktoberfest steht wegen des dämlichen Corona-Virus vor dem Aus. Nun ja: Ich war noch nie dort. Fast zwölf Euro für etwas mehr als einen Liter Bier – nein danke. Und dann stolpern dort noch jede Menge sturzbesoffener C- oder D-Promis rum und halten ihr Gesicht vor jedes Handy, auch wenn dessen Inhaber gerade nur googelt, wo das nächste Klo ist. Ebenfalls nein danke.

Insofern juckt mich das wenig. Allerdings: Auch hierzulande – also auch im nichtbajuwarischen Teil der Republik – stehen etliche Feste auf der Kippe. Jedenfalls noch. Und das ist schon blöd. Man weiß ja gar nicht mehr so genau, wie man zusammen feiert und fröhlich ist. Es gibt Leute im Dorf, die habe ich seit Monaten nicht mehr gesehen. Und irgendwie erfährt man deshalb auch nicht mehr, wer gerade mit wem und wenn ja, warum nicht.

Da käme das Elxlebener Oktoberfest mit normalen Bierpreisen und normalen Leuten eigentlich genau richtig. Aber mal schauen: Bis dahin ist es ja noch eine Weile. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Auch wenn die in den vergangenen Monaten schon etliche kleine Tode erlebt hat. Behüten wir uns also alle vor der vierten Welle. Und behalten die Hoffnung.