Diesmal ohne „Zittereinlage“ in der Schlussviertelstunde

Arnstadt  Fußball-Thüringenliga: SV 09 Arnstadt - SC 1903 Weimar 3:0

Sichtkontakt: Der Arnstädter Marcel Hummel (l.) mit seinem Schatten Benjamin Sachs. Die „Nullneuner“ gewannen im Endspurt mit 3:0. Hummel spielte vor zwei Jahren noch in Weimar.

Sichtkontakt: Der Arnstädter Marcel Hummel (l.) mit seinem Schatten Benjamin Sachs. Die „Nullneuner“ gewannen im Endspurt mit 3:0. Hummel spielte vor zwei Jahren noch in Weimar.

Foto: René Röder

Die Erleichterung bei den Gastgebern war riesig. Bei spätsommerlichen 23 Grad, setzte sich der SV 09 Arnstadt im Duell der Thüringenliga-Dinos gegen den taktisch starken SC 03 Weimar am Ende verdient, aber auch etwas zu hoch mit 3:0 durch. Trainer Thomas Giehl lobte vor allem die Nachpausenleistung und, dass „wir nach der 2:0-Führung diesmal auch in der Schlussphase die Null hinten halten konnten.“

Im letzten Heimspiel im Landespokal gegen Weida verschenkte Arnstadt nach dem 2:0 in den fünf Schlussminuten noch den Achtelfinal-Sprung, verlor 2:3 nach Verlängerung. Und auch davor gab es stets in Schlussphasen entscheidende Gegentreffer. „Diesmal hatten wir hinten raus noch etwas zuzusetzen, gegen allerdings sehr starke Weimarer, denen das 3:0 nicht gerecht wird“, verteilte der Ex-Weimarer Giehl auch für den Gegner ein Lob.

Den Lindenberg-Kickern hilft das nicht wirklich weiter. Die hatten sich nach dem 2:0-Sieg der Vorwoche gegen Sonneberg doch einiges mehr erhofft, blieben aber auch im dritten Auswärtsspiel sieglos. Weimars Co-Trainer Jens Ahlgrimm: „Soweit hätte es nicht kommen müssen. Wir haben hier durch unsere eigenen Nachlässigkeiten nicht nur einen, sondern eigentlich alle drei Punkte verschenkt.“ Überraschend schnell waren die Weimarer geduscht und aus Arnstadt „geflohen“. Nur die Sachs-Brüder fachsimpelten noch lange abseits am Zaun sitzend mit ihrem einstigen Mitspieler Marcel Hummel, der seit dieser Saison für Arnstadt spielt.

Die Arnstädter mussten nach den beiden Feldverweisen in Eisenberg (Schuchardt/Rot, Ruschke/Gelb-Rot) und dem berufsbedingten Ausfall von Machts erneut umbauen. Giehl: „Die Alternativen sind da, aber so richtig gut sind ständige Umbauten nie.“ Vor der Pause war das Spiel beiderseits sehr taktisch geprägt. Schon nach vier Minuten lenkte Weimars Keeper Feuerstein einen 18-Meter-Freistoß Amaros an die Latte. Die beste Weimarer Gelegenheit versemmelte Albrecht nach einer Eingabe von B. Sachs. Da schien es schwerer den Ball nicht ins Tor zu kriegen (23.). Aber auch Amaro setzte gegenüber noch zwei Distanzschüsse ab (31., 37.) und dann verhinderte SC-Keeper Feuerstein mit tollem Reflex gegen den frei vor ihm abdrückenden Normann noch vor dem Pausentee die Arnstädter Führung, im Gegenzug scheiterte der frei durchgelaufene Albrecht eher überhastet am sich lang machenden 09-Keeper Sünkel (43.).

Weimars Co-Trainer Jens Ahlgrimm angefressen: „Zur Pause hätten wir führen können, ja müssen. Spätestens aber dann nach dem Riesen mit Wiederbeginn. Dann wäre es sicher ganz anders gelaufen.“ Urplötzlich zog Weimars Stan-Cotti aus spitzem Winkel ab. Sünkel parierte bärenstark (47.).

Dann tanzte sich Amaro im Mittelfeld energisch dribbelnd durch, seine scharfe Linksflanke setzte F. Sachs vor dem einschussbereiten Scheuring zum 1:0 ins eigene Netz (57.).

An ihrem Pech verzweifelten die Weimarer zusehends. Die „Nullneuner“ zogen zielstrebig und mit der Führung im Rücken wieder an und erzwangen den Sieg. Der nach dem Spiel zu RB Leipzig verabschiedete Sebastian Hauck (dazu morgen mehr) bediente steil Scheuring, der Feuerstein umkurvte und auf 2:0 ausbaute (71.). Nach einem abgefangenen Ball im Mittelfeld steuerte auch Weimars Laue allein aufs Tor zu, doch Sünkel wartete erneut mit einem Super-Reflex auf (84.). Das „Deckel-Tor“ gelang spitzbübisch dann Bürger für die Arnstädter. Einen Hauck-Heber nahm er direkt, Feuerstein hielt, den Abpraller setzte Bürger nach neuerlicher Finte aber ins lange Eck (85.). Es folgte ein von Feuerstein abgewehrter Schuss Haucks (87.). Dann ging der Arnstädter Kapitän unter großem Applaus von Bord. „Die fast zwei Jahre hier in Arnstadt möchte ich nicht missen. Ich werde mich sehr gern erinnern. Aber die Chance in Leipzig als Fan-Beauftragter bei RB einzusteigen konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen.“ Nicht nur sportlich wird „Hauckser“ dem SV 09 Arnstadt so künftig schon heftig fehlen.

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