Drei unter einen Hut bringen

Dannheim.  Nach dem Frühstück beginnt der Unterricht. Wie eine Arnstädter Anwältin die Corona-Krise erlebt.

Neuer Alltag: Catrin Jacob macht mit dem Nachwuchs Hausaufgaben.

Neuer Alltag: Catrin Jacob macht mit dem Nachwuchs Hausaufgaben.

Foto: Hans-Peter Stadermann

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Eigentlich sitzt Catrin Jacob, die Fachanwältin für Familienrecht und Opferrecht, in Arnstadt in ihrem Büro am Markt. Doch in der Corona-Krise muss sie sich nun tagsüber auch um den Nachwuchs kümmern. Los geht es bei Familie Jacob fast wie gewöhnlich. Aufstehen, zusammen mit dem Mann frühstücken, und dann darf er seinen Bankgeschäften nachgehen. Die Kinder hingegen schlafen noch ein bisschen länger. Dann kommen nach und nach Vicky (10), Constantin (8) – beide besuchen die Europaschule in Marlishausen – und Catharina (6), sie geht noch in den Kindergarten, an den schon gedeckten Frühstückstisch.

Anschließend beginnt für die zwei Großen der Unterricht im elterlichen Wohnzimmer. Denn auch sie haben von ihrer Schule diverse Aufgaben für Mathe und Deutsch online bekommen. Auch müssen die beiden Schulkinder Bücher lesen, die sie dann mit kurzen Stichpunkten wiedergegeben müssen. Hinzugesellt hat sich Catharina. Sie zeichnet ganz akkurat große Buchstaben in ihr Heft. „Und dann kommt es schon mal vor, dass die Kinder ihre Aufgaben allein erledigen“, erzählt Catrin Jacob, „denn ich muss Besprechungstermine für meine Mandanten online vereinbaren. Der Betrieb bleibt auf jeden Fall aufrechterhalten, nur eben in geänderter Form. Bis Ende April sind auch bei Gericht alle Verhandlungen zurückgestellt. Nur Eilanträge werden noch verhandelt. Und dann sprechen die Vier ab, was Mutti zum Mittag auf den Tisch zaubern soll. Am liebsten Rehbraten – den gibt es aber erst am Sonntag. „Am Nachmittag fahren wir auch manchmal Fahrrad oder Hoverboard, Schaukeln im Garten oder essen ein Eis aus dem Gefrierfach“, erzählt Constantin. Natürlich vermissen die Kinder ihre Schul- und Kindergartenfreunde. Und dann kümmern sich die Kinder um ihre drei Katzen. Ein besonderes Geschenk bringt in diesem Jahr der Osterhase, verraten sie: Wir bekommen nämlich einen Hund.

Es steht auch schon fest. wer am Morgen die erste Gassirunde macht. Sie lachen und sagen: Das ist der Papa.

Auf dem Weg zu meinem nächsten Termin sehe ich eine ältere Dame in der Gehrener Straße in Arnstadt. In der Hand hat sie zwei große Packungen Toilettenpapier. Schein also, es gibt wieder welches.

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