Eischleben im Lichterglanz

Eischleben.  Der neu gegründete Kulturverein begeistert mit seiner Idee, Adventsfenster zu öffnen, die Einheimischen.

Im liebevoll dekorierten Innenhof der Familie Schneemann kamen die Eischlebener miteinander ins Gespräch.

Im liebevoll dekorierten Innenhof der Familie Schneemann kamen die Eischlebener miteinander ins Gespräch.

Foto: Britt Mandler

Dunkelheit hat sich über den Ort gesenkt. Nieselregen fällt. Normalerweise geht es gegen Abend in Eischleben eher beschaulich zu. Hier und da führt jemand seinen Hund aus. Größere Menschenansammlungen sind in der kalten Jahreszeit allerdings ungewöhnlich.

Schade eigentlich, dachten sich vor einigen Wochen die Mitglieder des neu gegründeten Kulturvereins. Denn so treffen sich selbst Nachbarn mitunter monatelang nicht. Daher regte Vorstandsmitglied Martina Gärtner-Still an, Eischleben zum Adventskalender zu machen. Ab dem 1. Dezember sollte jeden Abend um 18 Uhr irgendwo im Ort ein Adventsfenster geöffnet werden, damit die Dorfbewohner die Möglichkeit haben, zusammenzukommen.

Den einen oder anderen Schauplatz hatte sie schon in petto - das eigene Grundstück in der Mönchsgasse etwa, die Kirche, wo Heiligabend das Krippenspiel stattfindet und am 22. Dezember das Adventskonzert mit dem Ichtershäuser Chor Ad Libitum. Auch auf die Vereinsmitglieder konnte sie zählen. Doch würde es gelingen, die Tage bis zum Fest mit Aktionen zu füllen?

„Ich musste nicht mal Klinken putzen gehen“, freut sie sich über den Zuspruch. Nur fünf Termine bleiben unbesetzt – für die Premiere der Adventsfensteraktion ist das erstaunlich. Denn niemand konnte vorher abschätzen, ob das Angebot auf Resonanz stößt und auf welche. Die anfänglichen Sorgen waren aber unbegründet. Zum Auftakt kamen 80 Eischlebener, auch am Montagabend wimmelte es nur so auf dem Hof von Familie Schneemann. Die freute sich, wohnt sie doch noch nicht allzu lange im Ort. Da ist es schön, auf diese Weise die Einheimischen besser kennenzulernen.

Gleichen werden sich die Fenster nicht. Jeder, der mitmacht, setzt seine eigenen Akzente. Gebastelt wird, musikalische und literarische Beiträge werden vorbereitet. Was genau, erfahren die Gäste wie bei einem richtigen Adventskalender auch erst, wenn das Fenster geöffnet wird. Anschließend wird Süßes gereicht, ein Glühwein gehört meist auch dazu. Oft brennt auch eine Feuerschale, damit nicht jeder kältebedingt sofort wieder nach Hause eilt.

Konzert am 22. Dezember

Nur eines der Fensterchen öffnet sich nicht um 18 Uhr, sondern bereits eine Stunde früher. Gemeint ist das Konzert, das am 22. Dezember im 17 Uhr in der Kirche beginnt. Die Zuhörer sitzen auf beheizbaren Bänken. Bei der Anschaffung half der Kulturverein, der einen Teil der Einnahmen des ersten Konzertes, das er veranstaltet hat, dafür spendete.

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