Es gibt immer weniger Kaninchenzüchter in Kettmannshausen

Kettmannshausen  100 Tiere werden zur traditionellen Jungtierschau in Kettmannshausen gezeigt. Der Verein feiert 2020 sein 50-jähriges Jubiläum.

Reinhard Schida (links) und Siegmar Marx zeigen ihre ausgezeichneten Tiere.

Reinhard Schida (links) und Siegmar Marx zeigen ihre ausgezeichneten Tiere.

Foto: Antje Köhler

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Lea (10) sitzt ganz still im Streichelgehege auf dem Spielplatz in Kettmannshausen und krault einem Holländer-Kaninchen das Fell. Das Mädchen hat ein eigenes Kaninchen zu Hause, ihre Familie züchtete früher selbst. Ob sie die Tradition vielleicht eines Tages wieder aufleben lässt?

Den heimischen Verein würde es freuen, denn dort mangelt es an Nachwuchs. Sie sind nur noch elf Züchter – neun Erwachsene und zwei Kinder, erklärt Winfried Erbe. Er ist der Vorsitzende des Kaninchenzuchtvereins T 131 „Oberes Wipfratal“. In der vergangenen Woche haben sie sich an der Jungtierschau der Arnstädter in Angelhausen beteiligt, an diesem Wochenende zeigen Arnstädter wie Gunter Boldhaus in Kettmannshausen ihre Tiere. Auch Kaninchen-Nachwuchs aus Sülzenbrücken, Stadtilm und Ohrdruf wird am Samstagmorgen von den beiden Zuchtrichtern genau unter die Lupe genommen. Stimmen Gewicht, Körperbau, Fellfarbe? Haben die Ohren die richtige Größe?

Insgesamt sind es rund 100 Tiere, die Bewertung fiel sehr gut aus, freut sich Vereinschef Erbe. Sechs Häsinnen konnten als V-Tiere, also mit Vorzüglich, bewertet werden. Den besten Rammler hatte Reinhard Schida bei dieser Schau, es ist ein Hasenkaninchen. Über einen Pokal für die beste Häsin – hier musste bei gleicher Punktzahl das Los entscheiden – konnte sich Siegmar Marx freuen. Er gehört ebenfalls dem heimischen Verein an, züchtet bereits seit den 1970er Jahren die Rasse Kleinsilber gelb und wird außerdem für die beste Zuchtgruppe ausgezeichnet.

Ein Dutzend Pokale belohnen am Samstag den Fleiß der Züchter, auch von Ben Lucas Marx (4) und Marvin Heyder (10). Auf ihnen ruhen die Hoffnungen des Vereins, denn die Züchter werden immer weniger. Die Jugend habe einfach andere Interessen, möchte sich nicht mehr die viele Arbeit machen, bedauern die Älteren. Ihr schönes Hobby stirbt aus. Größere Vereine gibt es im Kreis nur noch in Dienstedt, Gräfenroda und Elgersburg.

Aus ihrer traditionellen Jungtierschau, die immer Anfang August und in diesem Jahr auf Wunsch der Arnstädter eine Woche später stattfindet, machen sie in Kettmannshausen ein kleines „Kaninchenfest“, zu dem sich viele Dorfbewohner gern treffen. Am Nachmittag kommen viele zum Kaffeetrinken, erzählen sie und sind froh über das angenehme Wetter. Der Verein bereitet sich bereits auf sein Jubiläum vor, 2020 feiert er 50-jähriges Bestehen.

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