Frankenhain: Biathlonzentrum rüstet für Nachwuchs auf

Frankenhain.  Gäste aus Politik und Leistungssport beim symbolischen Akt der Übergabe der sanierten Skirollerstrecke in Frankenhain

Erik Lesser, Thomas Zirkel, Wolfgang Tiefensee, Katrin Apel, Philipp Horn und Dominik Straube (von links) durchschneiden das Band bei der offiziellen Übergabe der sanierten Skirollerstrecke am Biathlonzentrum in Frankenhain.

Erik Lesser, Thomas Zirkel, Wolfgang Tiefensee, Katrin Apel, Philipp Horn und Dominik Straube (von links) durchschneiden das Band bei der offiziellen Übergabe der sanierten Skirollerstrecke am Biathlonzentrum in Frankenhain.

Foto: Hans-Peter Stadermann

Ein glänzender Schimmer liegt auf dem Asphalt. Unaufhörlich prasselt der Regen herunter, der Wind pfeift durch den bunt gefärbten Wald. Doch trotz miserabler Wetterbedingungen strahlen die Mitglieder des SV Eintracht Frankenhain. Denn endlich können sie die sanierte Skirollerstrecke ihrer Bestimmung übergeben und den Nachwuchs-Biathleten sehr gute Trainingsvoraussetzungen bieten.

Zum symbolischen Akt reist auch Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) an. Er bringt nicht nur motivierende Worte für die jungen Biathleten mit, sondern auch einen Scheck in Höhe von 4.000 Euro. Dieser sei ein Zeichen der Landesregierung, dass die ehrenamtliche Arbeit innerhalb des Vereins geschätzt werde. Und mit diesen Lottomitteln aus dem Ministerium ist es möglich, dass sich der Verein zwölf neue Paar Skiroller anschaffen kann.

Einen Scheck bringt auch Thomas Zirkel, Geschäftsführer des Landessportbundes (LSB), mit – 13.080 Euro fließen in den Verein. Er lobt die Arbeit innerhalb des Vereins und begrüßt die kleinen Biathleten, die vielleicht auch einmal Leistungssportler werden wie Erik Lesser und Philipp Horn, die ebenfalls anwesend sind. Das Geld seien Mittel der Landesregierung, die für kleine Projekte zur Verfügung stehen. „Wir als LSB wünschen uns, dass es im kommenden Jahr eine Million ist, die uns zur Verfügung steht und dass der bürokratische Aufwand etwas geringer wird.“ Der LSB unterstützt jährlich mit etwa 900.000 Euro zwischen 40 und 45 Projekte.

Bevor nun das rote Bändchen im strömenden Regen durchschnitten wird, stellt Biathlon-Abteilungsleiter Thomas Heyer das erfolgreich umgesetzte Projekt vor. Das Biathlonzentrum Frankenhain verfügt bereits seit 2002 über eine asphaltierte Skirollerstrecke, die nur „wenige Vereine“ besitzen. Sie führt durch den Wald und hat ein anspruchsvolles Streckenprofil mit Steigungen, Kurven und Abfahrten, erklärt Heyer. Sie sei speziell für die Nachwuchsarbeit ausgebaut und erlaube einen speziellen Technikparcours. „Eingebunden ist ein Schießplatz und die Strafrunde, die variierbar ist.“

Löwenanteil durch Fördermittel,Lob für die Vereinsarbeit

Allerdings hätten die nahe stehenden Bäume den Asphalt gehoben, sodass dieser gebrochen ist. „Und die Sicherheit steht an erster Stelle“, betont Heyer. Deshalb sei eine Sanierung dringend notwendig gewesen. Insgesamt kostet die sanierte Skirollerstrecke 40.000 Euro. Während der Verein selbst 5.000 Euro Eigenanteil aufbrachte, wird der Löwenanteil von Fördermitteln gedeckt.

Ende Juli rollen die Bagger an. „Die fehlerhaften Stellen auf der Strecke werden ausgeschnitten, der Untergrund neu hergestellt und neuer Asphalt aufgebracht“, sagt Heyer. Zudem sei noch die Zufahrt neu angelegt, eine gepflasterte Strecke geschaffen und ein Spielgerät ersetzt worden. „Wir haben viel investiert, um die Qualität des Leistungszentrums zu verbessern.“ Das honorieren auch die Biathleten Erik Lesser und Philipp Horn, die beiden zum SV Eintracht Frankenhain gehören. Erik Lesser berichtet, dass er bei seinem ersten Biathlon-Rennen mit „großen Augen“ nach Frankenhain gesehen habe.

Mit 16 Jahren sei er erst in den Verein eingetreten, habe deshalb leider die Nachwuchsarbeit als solche nicht mitbekommen – „Ich bin da die Made im Speck“, lächelt er. Doch genau von dieser Arbeit schwärmt Philipp Horn. Erst jetzt werde ihm klar, was der Verein leistet. „Das kannst du als Kind gar nicht einschätzen.“

Wenn er in Frankenhain bei den Eltern zu Besuch sei, gehe er auch ins Biathlonzentrum und drehe mal eine Runde auf der Skirollerstrecke. „Es ist auch ein schönes Gefühl, für den Nachwuchs im Verein nun ein Vorbild zu sein.“

Beide Biathleten trainieren seit Mai wieder. Sie seien im Plan und würden sich gut fühlen. Nichtsdestotrotz seien die Männer „in der heißen Phase“ und müssen gesundheitlich natürlich aufpassen. Nach dem Training in Österreich geht es nun erst einmal in Oberhof weiter.