Freikarten für ehrenamtliche Einsatzkräfte

Ilmenau.  Nach vielen Diskussionen und Kalkulationen werden in Ilmenau ab sofort Gutscheine ausgegeben.

Stadtbrandmeister Andreas Meißler, Bürgermeisterin Beate Misch (CDU) und Bergwachtleiter Kay Gessner (von links) mit den Eintrittsgutscheinen für ehrenamtliche Retter in Ilmenau.

Stadtbrandmeister Andreas Meißler, Bürgermeisterin Beate Misch (CDU) und Bergwachtleiter Kay Gessner (von links) mit den Eintrittsgutscheinen für ehrenamtliche Retter in Ilmenau.

Foto: Arne Martius

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Gut anderthalb Jahre dauerte es, bis dieser Vorschlag umgesetzt wurde, doch seit Mittwoch bekommen nun tatsächlich alle ehrenamtlich aktiven Einsatzkräfte in Ilmenau und den Ortsteilen Gutscheine für Besuche in öffentlichen Einrichtungen der Stadt ausgehändigt. Bürgermeisterin Beate Misch (CDU) überreichte Stadtbrandmeister Andreas Meißler und dem Leiter der Bergwacht, Kay Gessner, im Freibad die Freikarten.

Es war ein Antrag der CDU-Fraktion im Ilmenauer Stadtrat aus dem Jahr 2018, der die Würdigung des Ehrenamts auf diese Weise beinhaltete. Ein Vorschlag, der schnell Mehrheiten fand – allerdings im Detail für viele Diskussionen sorgte. Es wurde darüber gesprochen, den Ehrenamtlichen dauerhaft freien Zugang zu gewähren und das inzwischen ausgeschiedene Stadtratsmitglied Stefan Sandmann (parteilos) schlug zudem vor, auch die Alters- und Ehrenabteilungen einzubeziehen.

Unter den 378 aktiven Mitgliedern der Feuerwehren sind 47 Frauen

Doch dann kam erst einmal die Kommunalwahl, die für gravierende Veränderungen im Ratssaal sorgte. Ilmenaus Stadtrat musste sich neu sortieren, doch das Thema kam schließlich wieder auf die Tagesordnung. Nach mehreren Kalkulationen im zuständigen Werksausschuss des Bäderbetriebs wurde ein Kompromiss gefunden.

Der sah die Ausgabe von fünf Gutscheinen für jedes Mitglied der aktiven Einheiten vor. Denn letztlich ging es auch ums Geld: Allein die abgespeckte Variante der Wertschätzung ehrenamtlicher Einsatzkräfte kostet die Stadt 7800 Euro.

Denn durch die Eingemeindungen von mehreren bislang eigenständigen Kommunen wuchs auch die Zahl derer, die in den Genuss der Aufwandsentschädigung kamen. 378 aktive Mitglieder der Feuerwehren gibt es, darunter sind 47 Frauen. Bei der Bergwacht engagieren sich zwölf Frauen und Männer aktiv im Einsatzdienst.

Auch verwaltungsintern musste die Regelung umgesetzt werden. „Einfach so zu sagen, es gibt jetzt freien Eintritt, damit war es nicht getan", erklärte Beate Misch. Denn die Kommune muss auch auf die Gutscheine eine Umsatzsteuer entrichten.

Gemessen am durchschnittlichen Eintrittspreis der öffentlichen Einrichtungen von vier Euro entspricht der Wert der Karten 20 Euro pro Person. Das Einlösen ist nicht an einen Zeitraum gebunden, zudem können Besitzer der Gutscheine einzelne Abschnitte auch an Freunde oder Familienmitglieder vergeben.

Die Karten sind nicht nur an eine Einrichtung gebunden, mit ihnen sind beispielsweise Besuche in der Eishalle, dem Freibad oder dem Hallenbad möglich.

Dass die Alters- und Ehrenabteilungen sowie die Einheiten der Jugendfeuerwehren nicht mit Gutscheinen ausgestattet wurden, sei letztlich eine Geldfrage gewesen, sagte Beate Misch auf Anfrage unserer Zeitung.

Ohnehin bezuschusst die Stadt jede einzelne öffentliche Freizeiteinrichtung mit fünf- bis sechsstelligen Beträgen. Es sei allerdings auch so, dass den Jugendfeuerwehren auch abseits der Ausbildung viele Angebote gemacht werden, zu denen auch Besuche im Schwimmbad zählen, fügte die Bürgermeisterin hinzu. In den Alters- und Ehrenabteilungen werde darüber hinaus neben Feuerwehrthemen ein hohes Maß an Freizeitaktivitäten gepflegt, hieß es.

Diese Wertschätzung sei explizit für jene gedacht, die Tag und Nacht Einsätze bestreiten, sagte Misch. Mit Stand 25. Juli rückte allein die Ilmenauer Hauptwache in diesem Jahr 140 Mal aus.

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