Gemeindesaal in Niederwillingen ist fertig

Niederwillingen.  Die Kommune investierte 425.000 Euro in die Sanierung. Nun werden engagierte Bürger für die Organisation von Veranstaltungen gesucht.

Nachdem in Niederwillingen das symbolische Band durchschnitten war konnten sich alle im sanierten Gemeindesaal umsehen.

Nachdem in Niederwillingen das symbolische Band durchschnitten war konnten sich alle im sanierten Gemeindesaal umsehen.

Foto: Antje Köhler

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Uli Zillmer stand die Freude ins Gesicht geschrieben. Der ehemalige 0rtsbürgermeister (parteilos) hatte sich viele Jahre für die Sanierung des Gemeindesaales eingesetzt. Nun ist es geschafft. „Ich bin froh, dass aus diesem recht verkommenen Objekt etwas gemacht werden konnte“, sagte der 76-jährige Stadtrat zur Übergabe des wohl schönsten Saales der Region. Stadtilms Bürgermeister Lars Petermann zerschnitt gemeinsam mit dem neuen Willinger Ortschaftsbürgermeister Peer Schulze (beide parteilos) symbolisch das Band und gab ihn zur Besichtigung frei.

Der Saal ist mehr als 100 Jahre alt, die Bürger haben darin einst gern und viel gefeiert. Er stand wegen seines immer schlechter werdenden Zustandes Ende der 1980er Jahre vor dem Abriss und diente eine ganze Weile dem Bauhof als Lager.

2014 stellte die Gemeinde einen ersten Antrag auf Fördermittel, allerdings vergeblich. Zwei Jahre später wurde ein Nutzungskonzept erarbeitet, die Gemeinde Ilmtal mit Stadtilmer Hilfe mit dem Büro für Stadtentwicklung „verkuppelt“, wie Petermann bemerkte. Dann flossen Mittel aus der Städtebauförderung. Im Februar 2018 begann der Bau, der wie bei vielen alten Häusern unliebsame Überraschungen brachte. So mussten die Fundamente erneuert werden. Auch der Denkmalschutz hatte ein Wörtchen mitzureden. Das Projekt wurde teurer als geplant, zum Glück aber auch die Fördersumme erhöht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Neue Fenster und Türen, ein innovative Wandheizung, modernen Beleuchtung und Tontechnik sowie eine Küche wurden eingebaut, mehrere Nebenräume sind nun ebenfalls saniert.

Einschließlich Fördermitteln und Eigenleistungen wurden laut Petermann 425.000 Euro investiert. „Aber es hat sich gelohnt“, betonte auch Rainer Zobel, Leiter der Regionalen Aktionsgruppe Gotha/Ilm-Kreis/Erfurt, die für die Ausstattung mit Mobiliar 16.300 Euro bewilligte. Nun geht es darum, den schönen Saal mit Leben zu füllen, Kultur ins Haus zu holen. Peer Schulze kann sich die Gründung eines Bürgervereins vorstellten und bittet Interessenten, sich bei ihm zu melden.

Mit einer Kirmes im Herbst hat es nicht geklappt, aber zum fünften „Gänsewillschen Weihnachtsmarkt“ wollte man unbedingt eröffnen. Ein großer Adventskalender schmückt die Fenster, gestaltet von den Patchwork-Frauen. Im kleinen Park vor dem Haus standen am Samstag zwölf mit viel Grün dekorierte Hütten, in denen es kleine Geschenke ebenso gab wie allerlei Leckereien. Eine große Pyramide drehte sich. „Am Freitag haben wir erstmals mit Kindern aus dem Dorf den Weihnachtsbaum geschmückt. Das ist gut angekommen“, sagte Thomas Zillmer. Bei ihm und Ramona Pfordte liefen die Fäden für die Vorbereitung des Weihnachtsmarkes zusammen, der vom Feuerwehrverein veranstaltet wurde.

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