Diebe hackten Erdwall weg, um Wohnmobile im Ilm-Kreis zu stehlen

Geschwenda  Die Firma Lippert Reisemobile in Geschwenda ist entsetzt: Am Montag fehlten auf dem Hof drei nagelneue Wohnmobile - ein Verlust von 180.000 Euro.

Petra Lippert in einem ihrer Reisemobile. Jetzt in der Hauptsaison sind so gut wie alle vermietet und reisen durch die Lande und durch die Welt.

Petra Lippert in einem ihrer Reisemobile. Jetzt in der Hauptsaison sind so gut wie alle vermietet und reisen durch die Lande und durch die Welt.

Foto: André Heß

Petra Lippert hat sich so langsam von dem Schock erholt. „So langsam kann ich wieder denken.“

Als sie am Montag auf Arbeit kam, fehlten auf dem Hof drei nagelneue Wohnmobile, Wert 180.000 Euro ( wir berichteten am 17. Juli). Die Diebe, sie vermutet sie bandenmäßig aus Osteuropa, kamen über eine Feuerwehrzufahrt für das Gewerbegebiet, das direkt an der Autobahn 71 liegt, hackten einen Erdwall weg, zerschnitten einen Zaun, brachen die Wohnmobile auf, betankten vor Ort aus ihren Kanistern die Fahrzeuge und fuhren sie ab. Die Fahrzeuge waren noch nicht zugelassen und besaßen auch keine Kennzeichen.

„Der Dieselgeruch war am Morgen noch da“, sagt Lippert. Hoffnung, dass bei den offenen Grenzen nach Osteuropa die Täter geschnappt werden hat sie nicht. Auch in Österreich wurden am Wochenende Reisemobile gestohlen. Vom Dachverband höre sie jede Woche von solchen Vorfällen.

Unternehmen seit 1990 auf dem Markt

Lippert Reisemobile gibt es seit 1990. Vater, Mutter und Tochter und vier Angestellte gehören zur Firma, sie verleihen 20 Wohnmobile und zehn Wohnwagen, verkaufen diese nach zwei Jahren, um immer die aktuellsten Modelle ausleihen zu können. Die gestohlenen Reisemobile vom Typ Hymer und zwei von Carado waren wie andere auch für den Verkauf vorgesehen.

Das Büro hängt voller Ansichtskarten ihrer Kundschaft. Sie grüßen aus Schottland, Marrakesch, von den Lofoten oder Korsika, aus Frankreich oder dem Baltikum. Ende des Sommers werden die Leihwagen für die nächste Saison gebucht. Derzeit, in der Hauptsaison, gibt es keine Fahrzeuge mehr, oder höchstens für eine Woche. Die Nebensaison beginnt am 26. Oktober und geht bis zu Ostern.

Am 9. und 10. November laden sie nach Geschwenda zu einem Tag der offenen Tür ein. Dort können dann die Besucher die Campinggefährten ausgiebig besichtigen. Anfänger würden sie ordentlich einweisen, sie bekämen einen ausgiebige Bedienungsanleitung mit auf die Reise und haben auch noch einen „Telefonjoker“, sollte mal ein Problem auftreten, das sie nicht allein lösen können.

Gefragt seien von der Kundschaft Modelle mit feststehenden Betten, die man nicht erst zusammenbauen muss, außerdem wünschen sie sich viel Stauraum für Campingmöbel und Fahrräder. 70 Prozent der Fahrzeuge haben Sat-Anlage mit Fernseher.

Unliebsamen Besuch bekam im vergangenen Jahr auch der Caravan-Shop Hörcher an der Ausspanne in Ilmenau. Die Einbrecher haben zwei Wohnmobile gestohlen, sagte Arend Reuter unserer Zeitung. Seitdem habe man die Sicherheitsvorkehrungen am Firmentor verschärft. Derzeit sind die 16 Wohnmobile und drei Wohnwagen im Bestand über den Sommer so gut wie ausgeliehen.

Die Kundschaft reise in Europa herum. Laut Internetpräsenz hat das Geschäft auch Zelte, Vorzelte, Solar-, Klima- und Multimediatechnik, aber auch Campingausstattung sowie Boote und Kajaks im Angebot.

Das Geschäftsfeld Caravan (Wohnwagen) und Wohnmobil hat jetzt auch die Regionalbus Arnstadt GmbH für sich entdeckt. Seit Juli sind drei Wohnmobile und drei Wohnwagen im Verleih.

Man werde prüfen, ob das Geschäft läuft und sich dann für weitere Neuanschaffungen entscheiden. Diese Art Urlaub sei auf jeden Fall im Kommen, sagte Geschäftsführer Knut Gräbedünkel.

Zukünftig könne er sich vorstellen, den Kunden auch ein Rundum-Sorglos-Paket mit Tourenvorschlägen und Campingplatzbuchung anzubieten. Man verfüge als Busunternehmen über Waschanlage und Werkstatt für die Fahrzeuge.

  • Die Kriminalpolizei Gotha ermittelt zu dem Diebstahl bei der Firma Lippert und bittet um Hinweise unter der Telefonnummer: 03677/601124

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