Polizei fahndet nun mit Plakat nach Mutter des toten Säuglings

Geschwenda  Seit Ostern gingen viele Hinweise zum Babymord von Geschwenda ein. Eine heiße Spur ergab sich seither allerdings nicht.

Am Ostersamstag sicherte die Polizei Spuren und suchte auch am Tag danach intensiv die Umgebung ab.

Am Ostersamstag sicherte die Polizei Spuren und suchte auch am Tag danach intensiv die Umgebung ab.

Foto: Britt Mandler

„Auch wenn deine kleinen Füße nie die Erde berührten...“ Der Gedenkstein, der am Ortsrand von Geschwenda liegt, stimmt nachdenklich. Und erinnert an einen schrecklichen Fund, den Spaziergänger am Ostersamstag machten. Unmittelbar am Rundwanderweg, nahe einer Streuobstwiese, entdeckten die Passanten eine stark verweste Babyleiche.

Noch in der Nacht und am darauffolgenden Sonntag wurden akribisch Spuren gesichert. Gerichtsmediziner untersuchten den Leichnam. Keine leichte Aufgabe angesichts des schlechten Zustands des Körpers. Erst Tage später stand fest: Es handelt sich um ein kleines Mädchen, das schätzungsweise drei Wochen alt war, als es starb. Hinweise auf die Todesumstände oder die Eltern gibt es bis heute nicht.

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei entschlossen sich daher am Dienstag dazu, erneut die Öffentlichkeit zur Mitwirkung aufzurufen. Unter anderem wurde ein Fahndungsplakat erstellt, das nun im weiteren Umfeld von Geschwenda gestreut werden soll. Darauf abgebildet ist eine Puppe, die die Kleidungsstücke trägt, die am und beim Kind gefunden wurden. Die Leiche trug einen rosa Body von H&M in Größe 50/56 sowie eine schwarze Mütze der Marko Matcholino. Diese kam vor rund 25 Jahren auf den Markt. Außerdem fanden die Ermittler eine weiße Damenbluse der Marke Atmoshphere. Nicht nur der Fundort wurde über Ostern akribisch abgesucht. Auch Anwohner wurden intensiv befragt, ob sie verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Zudem wurde die Bevölkerung um Mitwirkung gebeten. Eine heiße Spur aber gab es seither nicht.

Daher nun der erneute Aufruf. Die Kriminalpolizei bittet um Hinweise zu Frauen, die 2017 oder 2018 schwanger waren, aber kein Kind mehr haben. Gibt es Menschen, denen die Bekleidungsstücke bekannt vorkommen oder einen Tipp geben können, wer das kleine Mädchen ist oder wer es dort am Rundwanderweg abgelegt haben könnte?

Ermittler denken nicht ans Aufgeben

„Wir hoffen, dass wir nun mit ein wenig zeitlichem Abstand endlich entscheidende Hinweise bekommen“, betont am Dienstag eine Sprecherin der Kriminalpolizei. Zeugen könnten auch anonym bei der Polizei aussagen. Jeder Tipp könne der entscheidende sein, ermutigt die Expertin auch jene Menschen dazu, sich zu melden, die nicht ganz sicher sind, ob ihre Aussage die Ermittler überhaupt weiterbringt.

Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen parallel zu den laufenden Arbeiten auch, ob eventuell ein Massen-Gentest weitere Erkenntnisse bringen könnte. Ans Aufgeben denken die Ermittler jedenfalls nicht. Sie verfolgen derzeit ganz unterschiedliche Ansätze, um doch noch die Identität des toten Säuglings und seiner leiblichen Mutter herauszufinden.

  • Wer Hinweise hat, kann sich an die Arbeitsgruppe „Baby“ bei der Kriminalpolizei Gotha wenden. Die Ermittler sind in der Polizeistation Arnstadt anzutreffen und dort unter der Telefonnummer 03628/920166 zu erreichen.

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