Gesundes Misstrauen gegenüber Erwachsenen lässt sich trainieren

Stadtilm.  Stadtilmer Grundschüler üben im Kinderschutzprojekt „Sabaki“ das Verhalten bei Konfrontationen mit Erwachsenen.

Zweitklässler der Grundschule in Stadtilm nahmen am Sabaki-Präventionsprojekt teil. Sie übten auch, sich möglichst viele Merkmale eines Autos zu merken.

Zweitklässler der Grundschule in Stadtilm nahmen am Sabaki-Präventionsprojekt teil. Sie übten auch, sich möglichst viele Merkmale eines Autos zu merken.

Foto: Hans-Peter Stadermann

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„Ein Mann verteilt vor der Schule Süßigkeiten. Darf der das?“, fragt Cathleen Wolf die Zweitklässler der Grundschule Stadtilm, die in der Aula in einem Halbkreis sitzen. Ja, er darf das, gibt sie selbst die Antwort. Aber nehmen wir das an? „Nein!“, rufen die Mädchen und Jungen und sind mittendrin in einer besonderen Unterrichtsstunde.

Richtiges Verhalten in gefährlichen Situationen

Cathleen Wolf, selbst Mutter, engagiert sich neben ihrer eigentlichen Arbeit im Kinderschutzprojekt Sabaki des Vereins Kriminalpräventionswerk Gera. Ihr Vater Mike Wolf hat für das Konzept sein Wissen als Justizvollzugsbeamter aufgearbeitet. Die Grundschüler sollen ein Verhaltensmuster lernen, falls sie allein oder mit Freunden in gefährliche Situationen mit Erwachsenen geraten. Dabei geht es vor allem um den Schutz vor sexuellem Missbrauch.

Niemals mitgehen, in kein fremdes Auto steigen – das sind die üblichen Hinweise, die sie von Eltern und Lehrern hören. Mit der Trainerin üben die Schüler, auf Abstand zu achten, bei Gefahr laut zu schreien, sich gegenseitig zu schützen und andere Erwachsene mit Nachdruck um Hilfe zu bitten. Dafür darf man sich im Geschäft auch vordrängeln, ermutigt Cathleen Wolf. Bei Aufbaukursen für die Älteren übe man das sogar praktisch in der Stadt, erläutert die junge Frau in einem Gespräch.

Praktische Übungen bleiben im Kopf

Nach Stadtilm kam Sabaki – ein Name aus dem Bereich der Kampfkunst – auf Empfehlung von Eltern. Im Schuljahr 2018/19 absolvierten bereits drei Klassen einen Einstiegskurs. „Es war uns wichtig, dass wir das fortsetzen und alle zehn Klassen geschult werden“, betont die stellvertretende Schulleiterin Cornelia Weikert. Vor allem die praktischen Übungen bleiben im Kopf, deshalb plane man auch eine Wiederholung.

Die Kosten für den Kurs von fünf Euro pro Kind übernahmen in Stadtilm je zur Hälfte der Schulförderverein und die Eltern. Auf die Kurse folgt am Mittwoch ein Elternabend, zu dem auch Mütter und Väter der fünften Klassen der benachbarten Gemeinschaftsschule eingeladen sind.

Info-Meeting zum Präventionsprojekt Sabaki am Mittwoch, 15. Januar, um 18 Uhr in der Aula Grundschule Stadtilm

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