Görbitzhausen: Anschluss an Kläranlage

Görbitzhausen  Rund 1,8 Kilometer Schmutzwasserleitung müssen im Gelände sowie im Dorf verlegt werden

Der Ort Görbitzhausen soll an die Kläranlage in Marlishausen angeschlossen werden, dafür wird jetzt ein Verbindungssammler verlegt. Auch eine neue Trinkwasserleitung kommt gleich mit in die Erde.

Foto: Antje Köhler

Seit der vergangenen Woche laufen die Bauarbeiten des Wasser-/Abwasserzweckverbandes Arnstadt und Umgebung (WAZV) für den Verbindungssammler von Hausen nach Görbitzhausen. Dieser wird gerade neben der Bahnstrecke von Arnstadt nach Saalfeld auf einem Stück Feld verlegt.

Der Mais steht hier besser als an vielen anderen Stellen im Kreis, der nahen Wipfra sei Dank. Meter um Meter frisst sich der Bagger ins Erdreich, die Männer der Firma Tief- und Straßenbau aus den nahen Behringen verlegen die orangefarbenen Rohre für das Schmutzwasser hier in einer Tiefe zwischen 2 und 2,50 Meter.

Kurz vor dem Ort werden es bei der Querung eines kleinen Hügels dann bis zu 5 Meter sein. Auf dem Mutterboden, der für die Verlegung zur Seite geschoben wurde, schlängelt sich bereits die Zubringerleitung für das Trinkwasser. Diese kommt gleich mit in die Erde.

Feldweg erhält später eine Bitumendecke

Um den Arnstädter Ortsteil Görbitzhausen an die Verbandskläranlage in Marlishausen anschließen zu können, müssen rund 1,8 Kilometer Schmutzwasserleitung verlegt werden, davon in diesem Jahr ein knapper Kilometer auf dem Feld und einem vorhandenen geschotterten Feldweg, der restliche Teil dann hauptsächlich im nächsten Jahr im Ort.

Der Feldweg soll nach Abschluss der Arbeiten im Rahmen der Flurbereinigung zu einem landwirtschaftlichen Weg mit einer Bitumendecke ausgebaut werden, sagte Uwe Greßler von der Bauverwaltung der Stadt Arnstadt bei der jüngsten Bauberatung.Dort war man sich einig: bis jetzt läuft es gut.

Der Anschluss von Görbitzhausen mit rund 150 so genannten Einwohnergleichwerten gehört zu den aktuell größeren Projekten des Zweckverbandes. Die Bauzeit wurde insgesamt bis November 2020 angegeben, die Bauleistungen einschließlich Straßenwiederherstellung bezifferte Frank Winkler vom Zweckverband mit rund 1,5 Millionen Euro.

Das in Görbitzhausen bestehende Kanalsystem bleibt erhalten. Das Regenwasser wird gleich in die Wipfra abgegeben. Für die Verlegung der neuen Leitungen muss der Fluss im Ort zweimal unter der Gewässersohle gequert werden.

Viele Einwohner dürften den Bauarbeiten vor der Haustür mit gemischten Gefühlen entgegen sehen. Weil der Ort an die zentrale Entsorgung angeschlossen wird, muss sich nicht jeder selbst um eine vollbiologische Kleinkläranlagen kümmern. Doch es bestehen auch Sorgen wegen Lärm und Schmutz, der Erreichbarkeit der Grundstücke für Rettungsdienste oder das eigene Auto mit dem Wochenendeinkauf. Eine Bürgerversammlung Anfang des Jahres sei gut besucht gewesen, erinnern sich die Verantwortlichen.

Im Ort wird später unter Vollsperrung abschnittsweise gebaut, gegebenenfalls sollen auch Feldwege für die Umleitungen mit genutzt werden.

Ein weiteres Großprojekt des Zweckverbandes ist der Anschluss von Großliebringen an die Kläranlage in Stadtilm. Die Druckleitung dorthin sei inzwischen fertig, so Frank Winkler.

Bauverzug in Großliebringen

Der Waldweg durch das Loh wurde profiliert und mehrere Probeflächen in unterschiedlicher Körnungen angelegt, die nun von den Anliegern befahren werden könnten. Danach werde man entscheiden, wie der Weg endgültig hergestellt wird. Es bleibe aber ein landwirtschaftlicher Weg ohne feste Decke.

Durch nötige Zusatzleistungen gibt es in Großliebringen einigen Bauverzug, aber bis Ende August soll laut WAZV der erste Bauabschnitt geschafft sein.

Unterdessen hat ein zweites Unternehmen bereits im Frühjahr mit den Arbeiten im Ort begonnen, wo ein Pumpwerk und ein Stauraumkanal errichtet sowie Schmutzwasserkanäle und Trinkwasserleitungen verlegt werden. Einige Straßen und Gehwege sind in so schlechtem Zustand, dass sie ausgebaut werden müssen. Das verursacht zusätzliche Kosten für die Stadt Stadtilm und den Ilm-Kreis.

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