Großliebringen: Spatenstich für neuen Landkindergarten

Großliebringen  Stadtilm investiert rund zwei Millionen Euro in eine zeitgemäße Einrichtung für die Deube-Dörfer. Rund ein Jahr Bauzeit ist geplant.

Die Deubezwerge singen einige Lieder und greifen dann für den Baustart für ihren neuen Kindergarten in Großliebringen selbst zum Spaten. Mit dabei Stadtilms Bürgermeister Lars Petermann (links im Bild) sowie Deube-Ortsteilbürgermeister André Textor.

Die Deubezwerge singen einige Lieder und greifen dann für den Baustart für ihren neuen Kindergarten in Großliebringen selbst zum Spaten. Mit dabei Stadtilms Bürgermeister Lars Petermann (links im Bild) sowie Deube-Ortsteilbürgermeister André Textor.

Foto: Antje Köhler

„Wir machen Spatenstich“ sangen fröhlich die Deubezwerge und den Klassiker bei solchen Terminen: „Wer will fleißige Handwerker seh‘n“. Das können sie in den kommenden Monaten bei Baustellenbesuchen in der Straße Am Sportplatz. Dort wurde am Dienstagnachmittag der symbolische Startschuss für den Bau eines Landkindergartens in Großliebringen gegeben.

Die Kinder hatten gemeinsam mit ihren Erzieherinnen für die Gäste Kuchen gebacken und durften nach dem Spatenstich nebenan im Feuerwehrgerätehaus mit Kindersekt anstoßen.

Große Fenster und Holz als Baustoff

„Der neue Kindergarten soll ein Beitrag zur Dorferneuerung sein“, sagte Stadtilms Bürgermeister Lars Petermann (parteilos). Die Stadt nehme dafür eine ganze Menge Geld in die Hand. Wie viel, verriet er dann am Rande: rund zwei Millionen Euro, wovon knapp die Hälfte über die „Richtlinie zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung und der Revitalisierung von Brachflächen“ vom Land gefördert wird.

Trotz Schmuddelwetters war Petrus der kurzen Zeremonie wohlwollend zugetan. Gutes Wetter erhoffen sich die Verantwortlichen ebenso für die kommenden Monate, damit der Bau zügig vorangeht. In etwa einem Jahr sollen die Möbelwagen für den Umzug durchs Dorf rollen.

Seit Jahren hat die Kommune – anfangs die Gemeinde Ilmtal, dann die Stadt Stadtilm – um einen Neubau und dessen Finanzierung gerungen, nun wird er Wirklichkeit. Die derzeitige Einrichtung liegt an der Durchgangsstraße in einem Altbau, der nur mit Riesenaufwand zu sanieren wäre und kaum über Freiflächen verfügt. Zudem reicht der Platz nicht aus, um, wie dringend nötig, die Kapazität zu erweitern. 55 Kinder, davon 14 im Kleinkindbereich, können künftig betreut werden. Derzeit sind es im Altbau 42. Allerdings nur mit verlängerter Sondergenehmigung bei einer Kapazität von eigentlich 36 Plätzen, wie Heike Körner, Gesamtleiterin für die Stadtilmer Kindertageseinrichtungen, erklärte. Alle Kitas in Stadtilm und den Ortsteilen seien im Prinzip ausgebucht.

Geplant ist ein heller, ebenerdiger Landkindergarten mit Zugang zum Garten, der in die Landschaft passt. Er entsteht als Holzmassivbau, das verkürzt die Bauzeit. In einigen Bereichen wird man den Naturbaustoff sehen können, bemerkte Architektin Utta Enderlein, die das Haus geplant hat. Das sei ihr eine große Freude gewesen, wie sie erzählte. Großliebringen ist ihr Heimatort, zwei Enkelkinder besuchen den Kindergarten. Sohn Frank übernimmt die Bauleitung für das neue Haus.

Zum Konzept gehören neben großen Freiflächen zum Spielen auch einige Beete. Die Natur soll eine große Rolle spielen, nebenan stehen Kühe auf der Weide. „Das Konzept gefällt mir gut. Für uns ist dieser Kindergarten eine Investition in die Zukunft“, freute sich Andé Textor (parteilos), Ortsteilbürgermeister für die Deube, die auch jungen Familien gute Lebensbedingungen bieten will. Nur dann ist Dorferneuerung wirklich sinnvoll.

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