Guten Morgen Ilm-Kreis: Gelbe Flecken im Gesicht

Robert Schmidt über die Freuden im Herbst

Robert Schmidt.

Robert Schmidt.

Foto: Marco Kneisse

Das ist jetzt das Wechselwetter. Morgens geht es nicht mehr ohne Jacke auf die Gassirunde mit dem Hund, nachmittags möchte man fast oben ohne gehen. Aber das wäre dann ja Erregung öffentlichen Ärgernisses. Jedenfalls in meinem Fall. Darauf steht eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Das ist es mir dann doch nicht wert, also verstecke ich meinen Adoniskörper lieber unter einem T-Shirt.

Ein Gutes hat das aber: Es wird Herbst. Die Blätter fangen an, lieblich von den Bäumen zu rieseln, der Rasen hört auf, sein saftiges Grün sprießen zu lassen, die Äpfel plumpsen zu Boden und die Grünpflanzen meines geliebten Weibes lassen die Köpfe hängen. Ganz ohne mein Zutun übrigens.

Die Blätter fangen an, lieblich zu Boden zu rieseln – das allerdings sieht nach Arbeit aus. Nach viel Arbeit. Vor dem Haus, neben dem Haus und im Garten. Wenn es ums Laub rechen geht, hat meine bessere Hälfte auf einmal zwei linke Hände. Mein Argument, Blätter sind guter Rasendünger wird nach kurzem Googeln ad absurdum gefüllt: „Das gibt gelbe Flecken.“ Punkt und Aus. Das ich beim Laub rechen gelbe Flecken bekomme, ist egal. Ich bin ja ein alter Sack, hieß es kürzlich, als ich nach zweistündigem Rasenmähen ein bisschen ächzte. Die Welt ist eine harte und ungerechte.