Handgranate im Jonastal gefunden und entschärft

Arnstadt  Bei einer Führung durch das Jonastal im Rahmen des Denkmaltages wurde im Bachbett der Wilden Weiße eine Handgranate aus dem zweiten Weltkrieg gefunden. Der Einsatz zur Bergung dauerte bis in den Abend.

Im Flussbett der Wilden Weiße im Jonastal wurde am Denkmal-Sonntag eine Handgranate gefunden

Im Flussbett der Wilden Weiße im Jonastal wurde am Denkmal-Sonntag eine Handgranate gefunden

Foto: Georg Ribienski

Am Sonntag war wieder Denkmaltag. Tausende Interessierte schauten sich Museen, Kirchen und andere geschichtsträchtige Gebäude an. Auch der Jonastalverein mit Sitz im Rehestädter Weg in Arnstadt hatte wieder zu Führungen, unter anderem in das Jonastal zwischen Arnstadt und Crawinkel eingeladen. Hier mussten bis zum Ende des Krieges 1945 Tausende Häftlinge Stollen in den Berg treiben und bezahlten diese unmenschliche Arbeit mit ihrem Leben. Bei einer dieser Führungen des Vereins im Jonastal am späten Sonntagnachmittag wurde im Bachbett der Wilden Weiße völlig überraschend eine Handgranate aus dem zweiten Weltkrieg gefunden.

Vereinschef Uwe Pfotenhauer, der die Besucher führte, informierte sofort die Polizei. Diese rief umgehend den Munitionsbergungsdienst Taubert. Da die Kollegen vom Munitionsbergungsdienst aus Nordhausen anreisen mussten, hatten die Arnstädter und Espenfelder Feuerwehr um 17.56 Uhr Einsatzalarm. Ihre Aufgabe bestand darin, die Fundstelle zu sichern und, weil es bereits dunkel wurde, zu beleuchten. Die Straße zwischen Abzweig Espenfeld und Gossel wurde für den Zeitraum der Bergung voll gesperrt.

Zum Glück fehlt der Zünder

Die Mitarbeiter vom Munitionsbergungsdienst Taubert hatten nach ihrem Eintreffen alles im Griff. Es stellte sich heraus, dass die Handgranate zum Glück keinen Zünder mehr hatte. „Das kann man als Laie und bei einer teilweise eingegrabenen Granate natürlich nicht feststellen“, so die Experten. Deshalb wurde das verantwortungsbewusste Handeln der Vereinsmitglieder durch die Feuerwehr und den Mitarbeiter der Firma Taubert ausdrücklich gelobt.

Der ganze Einsatz dauerte bis kurz nach 20.30 Uhr. Dann hatten die 18 Arnstädter und die vier Einsatzkräfte aus Espenfeld Feierabend. Wie Georg Ribienski (2. Stellvertreter) gestern unserer Zeitung sagte, sei es schon öfter vorgekommen, dass Hochwasser der Wilden Weiße mache Überreste aus vergangenen Zeiten wieder an das Tageslicht befördert habe: „Aber Munition haben wir noch nicht gefunden.“

An diesem Tag des offenen Denkmals hatte der Jonastalverein mehr als 70 interessierte Besucher durch das Dokumentationszentrum und eben auch hier im Jonastal über den Rundwanderweg geführt. Bereits in der abgelaufenen Woche hatten die Mitarbeiter und Mitglieder viel zu tun, besuchten von Montag bis Donnerstag doch über 200 Bundeswehrsoldaten den Jonastalverein und nahmen an Führungen teil.

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