Heimat shoppen in Arnstadt

Arnstadt  Nach Ilmenau beteiligt sich auch Arnstadt an der Aktion Heimat shoppen. Studie zeigt, dass viele Auswärtige in der Kreisstadt einkaufen. Herbst- und Bauernmarkt zieht trotz Schmuddelwetters viele Besucher an.

Parallel zum Herbst- und Bauernmarkt fand erstmals das Heimat shoppen der Industrie- und Handelskammer Südthüringen statt. Frank Spilling (von links), Carmen Klotz, Günter Schneider, Stefanie Köhler und Antonia Sturm werben für den Einkauf in lokalen Geschäften statt im Internet.

Parallel zum Herbst- und Bauernmarkt fand erstmals das Heimat shoppen der Industrie- und Handelskammer Südthüringen statt. Frank Spilling (von links), Carmen Klotz, Günter Schneider, Stefanie Köhler und Antonia Sturm werben für den Einkauf in lokalen Geschäften statt im Internet.

Foto: Britt Mandler

Ungemütlich ist es am Samstag gegen Mittag auf dem Plateau der Bachkirche. Der Himmel färbt sich gerade von grau in dunkelgrau. Immer wieder huschen Regenschauer über das Pflaster. Mandy Zentgraf, Antje Täntzer und Christin Greiner strahlen dennoch. Sie sind drei der Aussteller, die zum Herbst- und Bauernmarkt ihre Stände aufgebaut haben.

Zum nunmehr zehnten Mal luden die Mitglieder des Unternehmervereins zu dieser zweitägigen Veranstaltung ein. Oft waren sie in der Vergangenheit von goldenem Herbstwetter verwöhnt worden. Doch auch Kälte und Regen hielten die Gäste nicht vom Herumschlendern ab.

Die drei Geschäftsfrauen, die auf eine kleine Hochzeitsmesse eingeladen hatten, erhielten ebenso Zulauf wie die anderen Händler. „Das Wetter können wir uns nicht backen. Der Rest passt schon“, bringt es Günter Schneider vom Unternehmerverein auf den Punkt.

Anlässlich des Herbst- und Bauernmarkts brachte die Industrie- und Handelskammer Südthüringen eine Aktion nach Arnstadt, die 2014 ins Leben gerufen wurde und nun langsam, aber sicher um sich greift. Heimat shoppen heißt die Veranstaltung, an der sich zahlreiche der Geschäftsinhaber der Innenstadt beteiligten. Sie öffneten nicht nur am Samstag und Sonntag ihre Läden, sondern warben auch in einer kleinen Broschüre für ihr Angebot.

Und das muss sich nicht verstecken. Große Filialisten fehlen in der Innenstadt zwar weitgehend. Dafür legen die Inhaber der kleinen Geschäfte aber sehr viel Wert auf eine individuelle Produktauswahl und eine gute Kundenberatung.

Ein Konzept, das Erfolg zeigt. Mancher Kunde, weiß Günter Scheider, reist auch von weiter weg an, um sich hier schick einzukleiden – und das im Wissen, dass ihm an der nächsten Ecke niemand in den gleichen Klamotten über den Weg läuft.

Die Industrie- und Handelskammer kann das sogar mit Zahlen unterfüttern. Arnstadt hat mit 129,7 eine ziemlich hohe Zentralisierungskennziffer, verrät Carmen Klotz. Hinter dem Fachbegriff verbirgt sich die schlichte Tatsache, dass in Arnstadt mehr Geld ausgegeben wird, als die Arnstädter eigentlich zur Verfügung haben. Und zwar nicht nur im Kaufland und Co., sondern eben auch in den kleinen Läden. Zu gut Deutsch: Umsätze machen die Läden nicht nur mit den Einheimischen, sondern oft auch mit den Auswärtigen.

Dass zunehmend mehr Nicht-Arnstädter in die Innenstadt kommen, freut auch Stefanie Köhler, Chefin der Boutique Seidensprung. Sie wirbt unermüdlich für die kleinen, oft sehr feinen Läden in der Innenstadt. In der Broschüre, sagt sie, seien einige Geschäfte aufgeführt, die ganz besondere Angebote haben. Im Alleingang könne allerdings kein Ladeninhaber Erfolge feiern. Gemeinsame Aktionen seien ebenso nötig wie Unterstützung seitens der Stadt, so ihre Forderung. Parkplätze etwa seien nach wie vor ein drängendes Thema.

Bürgermeister Frank Spilling (parteilos) diskutiert mit dem Heimat-Shopping-Initiatoren. „Manches geht zu langsam“, räumt er ein. Aber: Der Citymanager – seit langem versprochen – soll kommen. Und er soll dazu beitragen, dass es den Händlern gut geht. „Sie sind nicht nur Steuerzahler und Arbeitgeber, sondern bereichern auch die Stadt“, betont Spilling. So wie der Unternehmerverein, der sich oft und rege einbringe.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.