Holzhausen: Silobau vorerst gestoppt

Holzhausen  Streugutlager entsprechen Beschluss des Gemeinderats vom Amt Wachsenburg. Ortschaftsrat stellt sich gegen den Bau

Arno Rehm und Carola Busse vom Dorferneuerungsbeirat Holzhausen und Dominik Huyer. Gemeinderatsmitglied, stehen vor der möglichen Baufläche.

Arno Rehm und Carola Busse vom Dorferneuerungsbeirat Holzhausen und Dominik Huyer. Gemeinderatsmitglied, stehen vor der möglichen Baufläche.

Foto: Marvin Reinhart

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Es begann schon im letzten Jahr, als in der Sitzung des Gemeinderates Amt Wachsenburg am 23. Dezember über den Beschluss Nummer 584/2018 entschieden wurde. Im Amtsblatt war zu lesen: „Der Auftrag zur Lieferung von zwei mobilen Silos für Streugut für den Bauhof Holzhausen wird an die BayWa AG, Erfurt erteilt.“ Der Antrag wurde vom damaligen Gemeinderat mit 16 zu null Stimmen angenommen.

Der Holzhausener Ortschaftsrat habe sich wenig später gegen diesen Beschluss ausgesprochen, erinnert sich Dominik Huyer (Bürger-Aktiv), Mitglied des Ortschaftsrates Holzhausen und ebenfalls Mitglied des Gemeinderates Amt Wachsenburg seit der vergangenen Kommunalwahl. Allerdings habe der Einwand kaum Gehör gefunden. „Vor acht bis neun Wochen habe ich vom Bauhof erfahren, dass die Silos gebaut werden, seitdem schauen wir, was wir tun können“, so Huyer. Der geplante Baubeginn wäre nächste Woche, sagt er am Dienstagabend.

Worum geht es? In der Verlängerung der Holzhausener Kärnerstraße ist das Gelände des Bauhofs angesiedelt, dahinter dessen Lagerfläche. „Genau dort sollen die zwei Silos errichtet werden“, erläutert Carola Busse vom Dorferneuerungsbeirat und deutet auf den Platz. Elf Meter hoch sollen sie werden, sagt sie. Deutlich höher als die Scheune, die vor dem Platz steht. Der Zweck sei die Lagerung von Streusalz für Holzhausen und die umliegenden Ortschaften.

Das Problem spricht Carola Busse an: „Wir wollen ein touristisch erschlossenes Gebiet sein und die Schönheit der Landschaft hervorheben.“ Die beiden Silos würden nicht nur den Blick auf die Burg versperren, sie seien auch für das Ortsbild nicht zuträglich, erläutert sie.

Abgesehen davon sei der geplante Bebauungsort Landschaftsschutzgebiet, so Busse. Ferner steht im Beschluss, dass es sich um „mobile Silos“ handelt, ergänzt Huyer. „Aber hier soll erstmal ein Beton-Fundament gebaut werden und die Silos werden darauf verschraubt“, kritisiert er. Generell habe der Gemeinderat die Angelegenheit unterschätzt, findet Busse.

Dass das Thema am Montag wieder hochgekocht sei, verwundert Matthias Kittel (Bürger-aktiv), erster Beigeordneter und Stellvertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Amt Wachsenburg. „Die Baugenehmigung wurde erteilt, von der rechtlichen Seite ist das Thema durch“, sagt er am Mittwochmittag dieser Zeitung.

Zudem habe er sich persönlich nicht gegen den Gemeinderat entschieden, sagt Kittel. Dennoch werde der Bau nun erstmal für 14 Tage angehalten. Dann werde weiter verhandelt, wenn auch Bürgermeister Uwe Möller (CDU) aus dem Urlaub zurück ist. „Wir werden das erstmal nicht bauen und gemeinsame eine Lösung finden“, sagt Kittel.

Lösungsvorschläge gäbe es aus Huyers Sicht durchaus: „Es gibt in Rehestädt und Haarhausen Möglichkeiten, die Silos aufzustellen“, sagt er. Doch „obwohl es Alternativen gibt, handelt man hier gegen den Willen der Ortsbürger“, findet Busse.

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