Ilm-Kreis: Beschäftigungswachstum trotz Pandemie

Die Arbeitslosigkeit im Ilm-Kreis ist 2021 gesunken, erreichte aber nicht das Niveau vor der Pandemie. (Symbolfoto)

Die Arbeitslosigkeit im Ilm-Kreis ist 2021 gesunken, erreichte aber nicht das Niveau vor der Pandemie. (Symbolfoto)

Foto: Patrick Seeger / dpa

Ilm-Kreis.  Arbeitsagentur zieht Bilanz für 2021: Sinkende Arbeitslosigkeit, große Nachfrage an Arbeitskräften, mehr Ausbildungsstellen als Bewerber.

Die Arbeitslosigkeit im Ilm-Kreis ist im Jahresdurchschnitt 2021 gesunken. Laut Arbeitsagentur waren 2959 Menschen arbeitslos, 182 weniger als 2020. Das Vor-Pandemie-Niveau wurde jedoch über das gesamte Jahr nicht erreicht. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag bei 5,4 Prozent. Die Arbeitskräftenachfrage im Kreis hat 2021 deutlich angezogen. Die Unternehmen meldeten 3612 freie Stellen, 593 mehr als 2020. „Erfreulich ist, dass wir trotz Pandemie ein Beschäftigungswachstum verzeichnen“, sagt die Chefin der Erfurter Arbeitsagentur, Irena Michel. So waren im Juni 2021insgesamt 38.698 Menschen im Landkreis versicherungspflichtig beschäftigt – ein Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber 2020.

Auch wenn das Risiko, arbeitslos zu werden, durch die Kurzarbeit sank, sei das Risiko, arbeitslos zu bleiben, gestiegen. Vor allem Menschen ohne Berufsabschluss oder Berufspraxis fänden schwerer eine Beschäftigung. In solchen Fällen ist eine weiterführende Qualifizierung laut Arbeitsagentur entscheidend.

So wurden 2021 im Ilm-Kreis 318 Arbeitslose bei der beruflichen Weiterbildung unterstützt, 340 bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert und knapp 2000 mit Probebeschäftigung oder Vermittlungsbudget finanziell unterstützt.

Trotz weitgehend gleichbleibender Schulabgängerzahlen interessierten sich 2021 deutlich weniger Jugendliche für eine Ausbildung mit Unterstützung der Berufsberatung. „Eine geregelte berufliche Orientierung war 2021 aufgrund der pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen schwerlich möglich. Zwar haben wir viele junge Menschen über neue Kanäle wie Video- oder Telefonberatung angesprochen, doch die praktische Erprobung und das Ausprobieren von Berufen hat gefehlt“, so Michel.

625 Ausbildungsstellen galt es im Jahr 2021 zu besetzen, rein rechnerisch 1,5 Stellen pro Bewerber. „Die regionalen Unternehmen sind sich bewusst, dass der Nachwuchs, den wir heute nicht ausbilden, schon in wenigen Jahren fehlen wird.“