Ilm-Kreis: Busunternehmen bessert Fahrplan nach

Ilm-Kreis  Nach Beschwerden von Fahrgästen und Schulen will der Nahverkehrs-Anbieter 55 Kritikpunkte abräumen. Baustellen stellen derzeit die größten Hürden dar.

Im Sommer übernahm der Omnibusverkehr Ilmenau die Verantwortung für alle Strecken im Landkreis. Das Bild zeigt den Halt „An der Weiße“ in Arnstadt.

Im Sommer übernahm der Omnibusverkehr Ilmenau die Verantwortung für alle Strecken im Landkreis. Das Bild zeigt den Halt „An der Weiße“ in Arnstadt.

Foto: Robert Schmidt

Nach massiver Kundenkritik an der Omnibusverkehr Ilmenau GmbH (IOV) seit der Übernahme der Verantwortung für alle Strecken im Landkreis will das Unternehmen zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember nachbessern.

Geschäftsführer Matthias Höring legte dem ÖPNV-Beirat am Donnerstag eine Liste mit 55 Veränderungen vor, von denen etliche den Schulverkehr betreffen und nach Hinweisen von Lehrern und Eltern eingearbeitet wurden.

Selbstkritisch geben sich derweil auch jene, die die Kommunalisierung des öffentlichen Busverkehrs im Ilm-Kreis ab dem Sommer stets befürwortet hatten. „Es gab sicher viele Gründe, aber das war nichts“, lautete das Urteil von Eckhard Bauerschmidt, Vorsitzender der Fraktion Die Linke.

Der Unmut vieler Passagiere entlud sich in den vergangenen Wochen erst bei den Fahrern, dann in sozialen Netzwerken und soll bis hin zu Drohungen gegenüber der Geschäftsführung gereicht haben. „Ich bin viel gewohnt seit 1981 im öffentlichen Personennahverkehr. Aber es ist im Moment ein Punkt erreicht, wo es schwer fällt, dass man noch Freude an der Arbeit hat“, sagte Höring.

Auch Lars Sommerfeld, Geschäftsführer der Ilm-Kreis Personenverkehrsgesellschaft mbH (IKPV) stellte fest: „Ich war teilweise erschrocken von der Qualität der Kommentare.“ Dass einige Kreistagsmitglieder den Ärger in sozialen Medien noch anheizten, sei für ihn unverständlich, meinte er.

Mögen einige Unzulänglichkeiten auch auf Fahrplanfehler zurückzuführen sein, hatte der IOV in seiner neuen Struktur allerdings auch unverschuldet mit Problemen zu kämpfen. Da sind zunächst die vielen Baustellen im Landkreis. „Wir haben mit den Umleitungsverkehren erhebliche Probleme mit der Pünktlichkeit“, erklärte Höring.

Hinzu kam, dass die bestellten fünf 15-Meter-Fahrzeuge nicht pünktlich geliefert wurden. Zwar stellte der Hersteller die gleiche Anzahl an Bussen vorübergehend zur Verfügung. Doch drei davon waren kleiner als die georderten. Und auch der Schulausfall durch Lehrermangel hatte nach Angaben des Geschäftsführers negative Auswirkungen auf das Transportunternehmen. Dadurch mussten Schüler „in Größenordnungen“ früher nach Hause gefahren werden. „Darauf können wir nicht vorbereitet sein“, meinte Höring.

Viele einzelne Kritikpunkte habe man einzeln aufgearbeitet – darunter Beschwerden von Fahrgästen, nicht mitgenommen worden zu sein, oder der Vorwurf, die Schulkinder in überfüllte Busse zu verfrachten. Die meisten der Hinweise konnten durch die in den Fahrzeugen installierten Videokameras widerlegt werden – was die überfüllten Schulbusse anbetrifft, haben die Fahrer Matthias Höring gegenüber ihre Beobachtungen geschildert: Oftmals sei festzustellen, dass die Schüler nicht den gesamten zur Verfügung stehenden Raum ausnutzen, sondern sich lieber zu Freunden stellen und auf diese Weise die Durchgänge versperrten.

Wie der Fahrer eines vom IOV beauftragten Busunternehmens zudem bestätigte, würden Schüler bevorzugt in das erste von zwei bereit gestellten Fahrzeugen steigen, das dann komplett ausgelastet ist – während das andere nur mit geringer Kapazität fährt.

„Ich stelle mich ganz klar vor die Fahrer, die sich viel Kritik anhören mussten, für die sie gar nichts konnten. Sie haben einen harten Job gemacht und verdienen Respekt“, meinte Lars Sommerfeld. Hinweise und Kritiken seien erwünscht, aber er wende sich gegen Stimmungsmache.

Verwundet hat Geschäftsführer Höring manche Beschwerde über den Fahrtstil: Davon seien selbst Kollegen betroffen, die vor ihrer Tätigkeit beim IOV zum Teil dieselben Strecken fuhren – als Mitarbeiter des Regionalbus Arnstadt (RBA) GmbH.

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