Ilm-Kreis: Gespräch über Schulnetz und Lehrerstellen

Ilm-Kreis  Bildungspolitisches Gespräch in Ilmenau über Schulnetz, Referendariatstellen, Inklusion und fehlende Noten auf manchem Zeugnis

Volker Rusch hat Erfahrungen von der Goethe-Schule und meint: Kleinere Schulen könnten Probleme mit Unterrichtsausfall bekommen.

Volker Rusch hat Erfahrungen von der Goethe-Schule und meint: Kleinere Schulen könnten Probleme mit Unterrichtsausfall bekommen.

Foto: André Heß

Bei der kommenden Schulnetzplanung, die für fünf Jahre festgeschrieben wird, ist keine Schule im südlichen Ilm-Kreis von einer Schließung betroffen, in Arnstadt hingegen könnten sich zumindest Einzugsbereiche für Grundschulen ändern. Das sagte Volker Rusch, Schulausschussvorsitzender des Kreistages bei einem bildungspolitischen Gespräch, zu dem die CDU/FDP-Kreistagsfraktion am Dienstag in das Hotel „Tanne“ nach Ilmenau eingeladen hatte. An einem langen Tisch im Restaurant bei vollem Betrieb fand die Veranstaltung statt und damit wegen den vielen Nebengeräuschen den Unwillen der Teilnehmer.

Rusch gab aber zu bedenken, dass kleinere Schulen auf dem Lande Probleme mit Unterrichtsausfall bekommen könnten wegen fehlender Lehrer. Ein vom Land mit dem neuen Schulgesetz beabsichtigtes Kooperationsmodell zwischen Grundschulen leuchte ihm nicht so richtig ein, sagte er.

Digitale Hausmeister werden gebraucht

Landtagsabgeordneter Andreas Bühl (CDU) gab bekannt, dass in den letzten fünf Jahren 157 Lehrer im Ilm-Kreis neu eingestellt worden sind, aber 222 in den Ruhestand gegangen sind. Der Lehrermangel führe zu Stundenausfall und dazu, dass in manchen Regelschulen Fächer im Zeugnis nicht benotet worden sind.

Christian Tischner, bildungspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, freute sich, dass so viele Lehrer zu der Gesprächsrunde gekommen sind. Es gehe schließlich auf die Herbstferien zu. Mit der rot-rot-grünen Landesregierung seien die Ausbildungskapazitäten und damit die Referendariatstellen seit 2014 halbiert worden, Lehrer seien nur noch Mangelverwalter. Die Bestrebungen, Förderschulen abzuschaffen und damit die Inklusion in den Regelschulen zu forcieren, sei für ihn Gleichmacherei, führe zu Einheitsschulen und Einheitslehrern. Das liege aber an der Ideologie der regierenden Parteien und es sei die völlig falsche Entwicklung. Dem gab eine Schülerin recht, sie sagte, dass es für die Inklusion an Regelschulen an Personal und Konzepten mangele.

Für die Digitalisierung der Schulen habe der Ilm-Kreis 5,5 Millionen Euro bekommen, sagte Tischner. Dennoch fehle es zur Umsetzung an Personal, In-frastruktur und Technik. „Man bräuchte digitale Hausmeister dafür“, fand er und gab der Politik den Rat, die Schulen mal in Ruhe zu lassen und überzogene Maßnahmen zurückzudrehen. Damit sich Lehramtsstudenten überhaupt für einen Job in der Region entscheiden, bedürfe es schnellerer Einstellungsverfahren und zusätzlicher Anreize.

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