Ilm-Kreis: Mehr Wohnungen durch Umbau und Dachaufstockung

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt fordert auch Privatvermieter und Wohnungsgesellschaften im Ilm-Kreis auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen und auf Mietsteigerungen zu verzichten. (Symbolfoto)

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt fordert auch Privatvermieter und Wohnungsgesellschaften im Ilm-Kreis auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen und auf Mietsteigerungen zu verzichten. (Symbolfoto)

Foto: Tobias Seifert / IG BAU

Ilm-Kreis.  Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt warnt vor Mieterhöhungen im Ilm-Kreis. Großteil der Haushalte durch hohe Heizkosten ohnehin belastet.

Der Ilm-Kreis wohnt auf insgesamt rund 4,9 Millionen Quadratmetern. Diese verteilen sich im Landkreis auf 61.120 Wohnungen. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU ) mit und beruft sich auf aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes.

Der Vorsitzende der IG BAU Erfurt, Ralf Eckardt, warnt die Immobilienwirtschaft davor, die Mietenspirale weiter nach oben zu drehen und damit die Inflation zusätzlich anzuheizen. Er fordert Privatvermieter und Wohnungsgesellschaften auch im Ilm-Kreis auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen und auf Mietsteigerungen zu verzichten.

„Es ist ungehörig, die Zitrone weiter auszupressen. Ein Großteil der Haushalte wird durch die Kostenexplosion bei den Heizkosten ohnehin schon finanziell in die Knie gezwungen. Da darf nicht auch noch die ‚Mietenkeule‘ hinterherkommen“, so Eckardt.

Darüber hinaus warnt die IG BAU vor einer „Lähmungsphase beim Wohnungsbau“. Angesichts aktuell schwierigerer Neubaubedingungen aufgrund von Materialengpässen, steigenden Materialpreisen, hohen Baulandpreisen und anziehenden Bauzinsen müsse nach Alternativen gesucht werden. „Was wir jetzt brauchen, ist Flexibilität: Die Schaffung von neuem Wohnraum muss der Situation angepasst werden“, sagt Eckardt.

Vor allem Wohnungsbaugesellschaften seien gefordert, Bauvorhaben zu switchen: „Wenn der Neubau nicht realisierbar erscheint, bietet das Umbauen von vorhandenen Nicht-Wohngebäuden große Chancen. Allein durch den Umbau von Büros, die durch das Etablieren vom Homeoffice nicht mehr gebraucht werden, können viele neue Wohnungen entstehen. Und das deutlich kostengünstiger als im Neubau.“

Darüber hinaus biete Dachaufstockung bei Wohnhäusern, die in der Nachkriegszeit bis zum Ende der 90er-Jahre gebaut wurden, ein enormes Potenzial.